74.  Rat  des  Vaters  an  seinen  Sohn.
Von  Julius  Sturm.
Du  wanderst  in  die  Welt  hinaus  4.  Wer  sich  die  Ehre  wählt  zum  Hort,
Auf  dir  noch  fremden  Wegen;  Den  kann  kein  Schalk  verführen;
Doch  folgt  dir  aus  dem  stillen  Haus  Gerader  Weg,  gerades  Wort

Der  treuslen  Liebe  Segen.  Soll  dich  zum  Ziele  führen.
2.  Ein  Ende  nahm  das  leichte  Spiel;  5.  Halt  hoch  den  Kopf,  was  dir  auch
Es  naht  der  Ernst  des  Lebens  droht.
Behalt  im  Auge  sest  dein  Ziel,  Und  werde  nie  zum  Knechte:
Geh  keinen  Schritt  vergebens!  Brich  mit  dem  Armen  gern  dein  Brot
3.  Nimm  auf  die  Schuliern  Last  und  Und  wahre  seine  Rechte!

Müh'  6.  Treib  niemitheil'gen  Dingen  Spott
Mit  frohem  Gottvertrauen  Und  ehre  fremden  Glauben
Und  lerne,  wirkend  spät  und  früh,]  Und  laß  dir  deinen  Herrn  und  Gott
Den  eignen  Herd  dir  bauen!  Von  keinem  Zweifel  rauben!

7.  Und  nun  ein  letzter  Druck  der  Hand
Und  eine  letzte  Bitte:

Bewahr  dir  treu  im  fremden  Land

Des  Vaterhauses  Sittel!

75.  Mein  Vaterhaus.  Von  Hans  Willi  Mertens.

s  lag  dem  Kirchlein  just  zu  Füßen,
Das  Iläuschen  schlicht,
Draus  meiner  Jugend  Freuden  grübßen
Und  Lenz  und  Licht.

2.  Im  engen  Raum  voll  Sang  und  Lieder,
Wie  war  ich  froh!
Ich  möcht’  es  suchen  immer  wieder
Und  weiß  nicht  wo.

3.  Sie  sahn,  daß  es  gebrechlich  werde
Nach  all  der  Zeit,
Und  rissen's  mitleidlos  zur  Erde,
Und  ich  war  weit.

4.  Nun  steht  an  seiner  schlichten  Stelle
Ein  Haus  von  Stein,
Doch  winkt  mir  über  seine  Schwelle
Kein  Gruh  herein.