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ansah,  fand  er  ihn  so  morsch,  daß  er  ganz  und  gar  entzweigehen
würde,  wenn  man  nur  daran  rührte.  Das  würde  also  einen  neuen
Küchentisch  kosten,  darum  wollte  er  den  alten  lieber  nicht  auf  eine
so  teure  Probe  stellen.  Währenddessen  kam  Anneliese  in  die  Küche
mit  dem  Kleinen  auf  dem  Arme.  Wie  blaß  sie  war,  wie  betrübt
sie  aussah!  Es  schnitt  dem  Müller  ins  Herz.  Und  auf  ihrem
Arme  trug  sie  seinen  kleinen  Sohn!  Er  mußte  denken:  Wemt
mein  Junge  einmal  unter  fremde  Leute  kommt,  und  er  kriegt  es
schlecht  und  muß  unglüchlich  und  betrübt  sein  —  nein,  der  Küchentisch
  muß  fort!

Da  kamen  denn  Leute  und  brachen  ihn  ab.  Der  Müller
guchte  neugierig  unter  den  Ausguß  und  entdechte  vier  Mäusenester.
Das  eine  war  umgeben  von  Papierfetzen;  es  waren  lauter  Stüche
von  einem  Fünfmarkschein.  Nun  war  alles  klar.  „Anneliese,
komm,  meine  Tochter!“"  rief  er.  „Sieh,  hier  liegt  der  Schein,  die
Mäuse  haben  ihn  forgetragen;  sieh  nur!“  Anneliese  sah  dahin,
nur  einen  Augenblick,  dann  rief  sie:  „Mutter,  Mutter!“  und  stürzte
zur  Tür  hinaus  über  die  Straße  nach  Hause.  Der  Müller  sah  ihr
nach  und  trochnete  etwas  von  seinen  Augen,  und  das  kam  wieder,
und  er  mußte  es  noch  einmal  trochnen.

Aun  rief  er  alle  Leute  herein  und  zeigte  ihnen  das  Mäusenest.
Dann  sammelte  er  sorgfältig  alle  Papierstüchchen  und  fand,  daß
auch  nicht  ein  bißchen  fehlte.  Der  ganze  Schein  konnte  wiederbergestellt
  werden,  wenn  man  ihn  zusammenklebte.  Das  war  eine
große  Alerkwürdigkeit,  und  in  der  ganzen  Stadt  sprach  man  davon,
  auf  welche  Weise  sich  der  Schein  wiedergefunden  hatte.

Als  Anneliese  wiederkam,  fröhlich  und  freundlich,  wie  sie
immer  gewesen  war,  da  wurde  sie  mit  offenen  Armen  von  den
Müllersleuten  aufgenommen;  Raren  aber  ging  auf  die  Seite  und

schämte  sich.

79.  Der  Mägdlein  Schmuch.  von  ernh  morib  Arndt.
E-  wächst  ein  Blümlein  Bescheidenheit,
Der  Mägdlein  Kränzel  und  Ehrenkleid.
Wer  solches  Blümlein  sich  frisch  erhöält,
Dem  blühet  golden  die  ganze  Welt.
2.  Auch  wird  ein  zweites,  das  Demut  heißt,
Als  Schmuck  der  Mägdelein  hoch  gepreist.
Die  Englein,  singend  an  Goites  Thron,
Es  tragen  als  Demant  in  goldner  l#ro#.