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war  schmachaft  und  reinlich  und  kostete  wenig.  —  Peters  Frau
aber  verstand  von  alledem  nichts.  Ihr  Garten  sah  liederlich
aus,  und  ihre  Küche  glich  einem  Stalle.  Wenn  sie  kochte,
brauchte  sie  dreimal  mehr  Zutat  als  Rudis  Frau,  und  es  blieb
doch  ein  schlechtes  Essen  und  machte  verdorbenen  Magen  und
ungesundes  Blut.  Zum  Essen  brauchte  sie  Geld  und  zum  Doktern
  auch.

Wie  es  denn  geht:  eins  greift  ins  andere.  Wer  sich  im
Hause  um  den  Nagel  nicht  kümmert,  dem  fallen  endlich  die
Sparren,  und  wo  das  Dach  rinnt,  fällt  die  Hütte  ein.  Mit  Peters
Hauswesen  ging's  den  Krebsgang.  Das  ärgerte  ihn;  er  wußte
nicht,  woran  es  lag.  Aus  Verdruß  fing  er  an  zu  trinken.  Im
Wirtshause  gefel  es  ihm  besser  als  daheim  im  Stalle.  Er
machte  Schulden  und  dachte:  Ich  will's  schon  wieder  einbringen.
  Aber  seine  Frau  konnte  nicht  kochen  und  nähen  und  verstand
  die  Haushaltung  nicht.  Da  ward  dem  Peter  alles  versteigert;
  doch  aus  seinen  Lumpen  ward  nichts  gelöst.  Rudi  hatte
indes  Segen  im  Hause.  Er  schaffte  wenig  Neues  an  und  behielt
  das  Geld;  aber  das  Alte  bei  imm  war  allzeit  reinlich,  sauber,
  ausgebessert,  wie  neu.  Und  jedermann  hielt  ihn  daher
für  noch  reicher,  als  er  war;  das  machte  den  Leuten  Vertrauen
zu  ihm,  und  Kredit  ist  oft  besser  als  Geld.

83.  Bestimmung  des  Weibes.

Von  Johann  Wolfgang  von  Goethe.

ienen  lerne  beizeiten  das  Weib  nach  ihrer  Bestimmung;
Denn  durch  Dienen  allein  gelangt  sie  endlich  zum  herrschen,
Zu  der  verdienten  Gewalt,  die  doch  ihr  im  Hause  gehöret.
Dienet  die  Schwester  dem  Bruder  doch  früh,  sie  dienet  den  Sltern,
5  Uns  ihr  TLeben  ist  immer  ein  ewiges  Gehen  und  lommen
Oder  ein  Heben  und  Tragen,  Bereiten  und  Schaffen  für  andre.
Wohl  ihr,  wenn  sie  daran  sich  gewöhnt,  daß  kein  Weg  ihr  zu  sauer
Wird  und  die  Stunden  der  Nacht  ihr  sind  wie  die  Stunden  des  Tages,
Daß  ihr  niemals  die  Arbeit  zu  klein  und  die  Nadel  zu  fein  dünkt,
10  Daß  sie  sich  ganz  vergißt  und  leben  mag  nur  in  andern!
Denn  als  WMutter,  fürwahr,  bedarf  sie  der  Tugenden  alle,
Wenn  der  Säugling  die  Krankende  weckt  und  Mahrung  begehret
Von  der  Schwachen  und  so  zu  Schmerzen  Sorgen  sich  häufen.
Swanzig  Alänner  verbunden  ertrügen  nicht  diese  Beschwerde,
15  Und  sie  sollen  es  nicht;  doch  sollen  sie  dankbar  es  einsehn.
Besebuch  für  Cberclasten.  Uh.  6