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84.  Die  alte  Waschfrau.  Von  Adelbert  von  Chamlsso.

1  siehlt  geschäftig  bei  dem  Linnen
Die  Kl##e  dort  in  weißem  haar,
Die  rüstigste  der  Wäscherinnen,

Im  sechsundsiebenzigsten  Jahr.

So  hat  sie  stets  mit  sauerm  Schweiß
Ihr  Brot  in  Ehr'  und  ZSucht  gegessen
Und  ausgefüllt  mit  treuem  Fleiß
Den  Kreis,  den  Gott  ihr  zugemessen.

2.  Sie  hat  in  ihren  jungen  Tagen
beliebt,  gehofft  und  sich  vermählt;
Sie  hat  des  Weibes  Los  getragen,
Die  Sorgen  haben  nicht  gefehlt;
Sie  hat  den  kranken  Mann  gepflegt,
Sie  hat  drei  Kinder  ihm  geboren:
Sie  hat  ihn  in  das  Grab  gelegt  —
Und  Glaub'  und  Hoffnung  nicht  verloren.

5.  Da  galt's,  die  Kinder  zu  ernähren;
Sie  griff  es  an  mit  heiterm  Mut,
Sie  zog  sie  auf  in  Sucht  und  Ehren;
Der  Fleiß,  die  Ordnung  sind  ihr  Gut.
Zu  suchen  ihren  Unterhalt,
Entließ  sie  segnend  ihre  Lieben:
So  stand  sie  nun  allein  und  alt;
Ihr  war  ihr  heitrer  Mut  geblieben.

4.  Sie  hat  gespart  und  hat  gesonnen
Und  Flachs  gehauft  und  nachts  gewacht,
Den  Slachs  zu  feinem  Garn  gesponnen,
Das  Garn  dem  Weber  hingebracht:

Der  hat's  gewebt  zu  Leinewand.
Die  Schere  brauchte  sie,  die  Nadel
Und  nähte  sich  mit  eigner  Hand
Ihr  Sterbehemde  sonder  Tadel.

5.  Ihr  hemd,  ihr  Sterbehemd,  sie  schätzt  es,
verwahrt's  im  Schrein  am  Ehrenplatz;
Es  ist  ihr  Erstes  und  ihr  Cetztes,
Ihr  Kleinod,  ihr  ersparter  Schatz.
Sie  legt  es  an,  des  Herren  Wort