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Am  Sonntag  früh  sich  einzuprägen;
Dann  legt  sie's  wohlgefällig  fort,
Bis  sie  darin  zur  Ruh'  sie  legen.

6.  Und  ich  an  meinem  Kbend  wollte,
Ich  hätte  diesem  Weibe  gleich
Erfüllt,  was  ich  erfüllen  sollte
In  meinen  Grenzen  und  Bereich;
Ich  wollt',  ich  hätte  so  gewußt
sfim  Nelch  des  Lebens  mich  zu  laben
Und  Rönnt’  am  Ende  gleiche  Lust
A##n  meinem  Sterbehemde  haben.

85.  Barbara  Uttmann,  die  Wohltäterin  des  Erzgebirges.

  Von  Karl  Neumann-Strehla.
1

(Gegen  die  runden  grünen  Fensterscheiben  schlug  der  Regen,  und
um  das  Haus  pfiff  der  Wind;  in  der  Stube  war  es  still,  ganz
still.  Oben  am  Tische  saßen  der  Bergherr  Christoph  Uttmann  und
seine  Gemahlin  Barbara,  und  blühende  Söhne  und  Töchter  umgaben
  das  würdige  Paar.  Dann  folgten  zu  beiden  Seiten  Bergleute
  mit  Frauen  und  Kindern,  Uttmanns  Knechte  und  Mägde,
Händler,  Ackerbauer  und  sonstige  Bewohner  des  Städtchens;  denn
wer  nur  irgend  Lust  hatte,  an  einem  Samstag  zum  Bergherrn
zu  wandern,  der  war  hier  herzlich  willkommen.  Da  wurden  GEeschichten
  vom  Hörnen  Siegfried  und  der  schönen  Magelone  erzählt,
lustige  und  rührende  Lieder  wurden  gesungen,  und  dazu  schnurrten
die  Rädchen.  Aber  an  diesem  Abend  —  der  15.  Mai  des  Jahres  1567
stand  im  Kalender  —  war  es  an  dem  eichenen  Tische  so  still,  daß  man
die  einförmige  Musik  des  Regens  deutlich  hören  konnte.  Herr  Christoph,
  die  Arme  über  der  Brust  kreuzend,  saß  da  in  tiefe  Gedanken
versunken;  eine  Träne  zitterte  an  Frau  Barbaras  Wimper.  Die
Männer  ließen  den  Kopf  hangen,  und  die  Frauen  legten  die  Hände
in  den  Schoß,  und  niemand  dachte  daran,  eine  Geschichte  zu  erzählen
  oder  ein  Lied  zu  singen.
2.

Plötzlich  richtete  Herr  Christoph  sich  auf:  „Kinder,  wir  lassen
ja  den  Mut  sinken!  Das  ist  nicht  recht  von  uns,  und  ich  will's  nur
zu  meiner  Schande  bekennen,  daß  ich  mich  selbst  über  finstern  Gedanken
  ertappt  habe.“  Aber  der  greise  Bergmann  Ohlentrud  ver-6.

