—  98  —

Mutterherz  und  in  der  Mark  das  andere.  Sie  haben  beide  vom
Scheiden  ihrer  Kinder  gehört,  ihre  letzten  Worte  vernommen  und
wissen:  sie  sind  nun  droben  beieinander,  Leutnant  und  Rekrut,  und
haben's  beide  recht  gemacht,  Rekrut  und  Leutnant.

91.  Wer  ist  ein  Mann?  von  erah  Moris  Aradt.

W  ist  ein  Mann?  Wer  beten  kann
Und  Sott  dem  herrn  vertraut;
Wann  alles  bricht,  er  zaget  nicht:
Dem  Frommen  nimmer  graut.

2.  Wer  ist  ein  Mann?  Wer  glauben  kann
Iobrünstig,  wahr  und  frei:
Denn  diese  Wehr  trügt  nimmermehr,
Sie  bricht  kein  Mensch  entzwel.

3.  Der  ist  ein  Mann?  Wer  licben  kann
Von  herzen  fromm  und  warm:
Die  beillge  ölut  gibt  hoben  Mut
Und  stärkt  mit  Stahl  den  kirm.

4.  Dies  ist  der  Mann,  der  streiten  kann
Für  Weib  und  siebes  Kind;
Der  kalten  Brust  fehlt  Kraft  und  Tust.
Und  ihre  Tat  wird  Wind.

5.  Dies  ist  der  Mann,  der  sterben  kann
Für  Freihei#t,  Pflicht  und  Recht:
Den  frommen  Mut  deucht  alles  gut,
Es  geht  ihm  nimmer  schlecht.

6.  Dies  ist  der  Mann,  der  sterben  kann
Für-  Gott  und  Daterland;
Er  läßt  nicht  ab  bis  an  das  Grab
Mit  Herz  und  Mund  und  hand.

7.  So,  beutscher  Mann,  so,  freier  Mann,
Mit  Gott  dem  Herrn  zum  Krieg!
Denn  Son  allein  mag  Helfer  sein,
Don  Gott  kommt  Glück  und  Sleg.