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„Bleiben  Sie  noch  eine  Weile.  Reden  wir  doch  zuerst

ein  wenig  allein  miteinander“,  sagte  der  Buchhalter,  gegen  die
Wand  gekehrt,  ohne  mich  anzusehen.  Auch  ich  kann  nicht
aufschauen,  und  es  ist  mir,  als  ob  mich  ein  Schuß  ins  Herz
Getroffen  hätte.
,  Der  Buchhalter  ist  gar  wohlgemut;  er  hält  den  zusammengefelteten
  Schuldschein  vor  den  Mund  und  pfeift  darauf  ein
lustig  Lied,  ein  ganz  lustiges,  und  es  ist,  wie  wenn  zwei  Menschen
  pfeifen,  so  zerschneidet  das  Papier  den  Ton.  Dann
nimmt  er  ein  Stück  Holz,  das  auf  dem  Pulte  liegt,  bricht  es
mitten  entzwei  und  sagt:  „Die  eine  Hälfte  ist  für  Sie.

Mir  wirbelt's  im  Kopfe.  Ich  weiß  nicht  mehr,  wo  ich  bin,
und  was  ich  mein  Lebtag  nicht  gewagt  hätte,  tu'  ich  doch  —
ich  setze  mich  rittlings  auf  den  lederbesetgten  hohen  dreibeinigen
  Stuhl,  der  vor  dem  Pulte  des  Stotz  stecht.  Da  hat  er
immer  gesessen  und  hat  markten  können,  daß  er  einem  das
Blut  unter  den  Nägeln  herausgedrückt.  Jetzt  ist  der  Stuhl
leer,  und  auf  dem  Pulte  liegt  kein  Papier  und  wartet  auf  die
Unterschrift.  Darf  man  nicht  von  dem  Blutgelde  wiederholen,
was  man  kriegen  kann?  So  geht  mir's  durch  den  Kopf;  aber
ich  kann  kein  Wort  reden.

Der  Buchhalter  wendet  sich  um  und  reicht  mir  die  Hand.
Diese  Handreichung  sagt  viel.  Niemand  weiß  von  dem  Guthaben
  als  er  und  ich.  Der  Buchhalter  tut  mit,  er  tut  gern  mit,
wenn  ich  ihm  seinen  Teil  gebe,  und  die  Sache  ist  aus.  Ich
bin  plötzlich  bei  Vermögen,  und  warum  sollte  ich  nicht?  Der
Stotz  hat  großen  Verdienst  an  mir  gehabt,  und  er  ist  reich,
sehr  reich.  Und  ich  —  wenn  ich  jetzt  zur  Tür  binausgeh’',
bin  ich  plötzlich  ein  Mann  von  Vermögen.  Aber  was  noch
außerdem?  Pahl  Tausende  von  Menschen  würden  an  deiner
Stelle  zugreifen  und  vergnügt  weiterleben.  Wie  viele  haben
gewiß  schon  so  mit  dem  Buchhalter  abgemacht,  warum  willst
du  allein  der  ehrliche  Narr  sein?  Frib,  derweil  du  an  der
Krippe  stehst!  Wie  lang  mußt  du  arbeiten,  bis  du  so  viel  nur
verdienst,  viel  weniger,  daß  du  es  erübrigen  kannst.  —  Ich
stehe  auf,  ich  will  einen  Schritt  gehen,  aber  ich  kann  nicht  vom
Fleck,  und  ich  stampfe  auf  und  sage  fast  laut  nein!

Der  Buchhalter  macht  das  Buch  zu,  dreht  den  Schlüssel
am  Kasten  ab,  zieht  einen  andern  Rock  an,  greift  nach  seinem
Hut  und  steckt  meinen  Schuldschein  in  die  Tasche.  Ich  bekomme
  eine  Höllenangst  vor  dem  Buchhalter,  und  plötlich  reiß'
ich  mich  los  und  fasse  die  Tür  und  renne  und  stolpere,  daß