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und  er  machte  ihr  Freude.  Rasch  kam  er  vorwärts.  Mit  dreißig
Jahren  war  er  schon  KNassierer  in  einem  großen  Bankhause  und  hatte
das  Dertrauen  seines  herrn  ob  seiner  Eeschäftskenntnis  und  Redlichkeit.
  Und  zuletzt  ein  Betrüger!  Wie  hatte  das  nur  kommen  hönnen?

Eines  Tages  war  er  in  die  Gesellschaft  reicher  junger  Leute  eingeladen
  worden.  Da  ging's  lustig  her.  Ein  blauer  Schein  hatte  bei
ihnen  heine  allzu  große  Bedeutung.  Sie  zogen  den  jungen  Kassierer
heran.  Er  fing  an  zu  spielen  und  verlor,  verlor  zwar  nicht  übermähHig
  viel,  allein  er  honnte  es  im  Zugenblick  nicht  bezahlen.  Die
Summe  von  einem  neuen  Freunde  borgen,  das  ging  doch  nicht,  das
hätte  ihm  in  ihren  Kugen  unheilbar  geschadet.  Rber  woher  nehmen?
Spielschulden  sind  Ehrenschulden.  Er  griff  in  die  Kasse.  Es  war  ihm
eine  furchtbare  Stunde.  Kalter  Schweiß  stand  auf  seiner  Stirn.  Eine
Stimme  in  ihm  rief:  Bleib  ehrlich,  werde  nicht  zum  Dieb!  Zöer  eine
andere  Stimme  hatte  die  Entschuldigung  bereit:  Das  ist  ja  nicht  gestohlen,
  das  ist  nur  geliehen:  am  Ersten  nächsten  Monats  zahle  ich  es
von  meinem  Gehalt  zurück.  Doch  es  blieb  nicht  bei  dem  ersten  Betruge.
Um  ihn  zu  verdechen,  mußte  er  falsch  buchen.  Der  Spielteufel  ließ
ihn  nicht  los.  Immer  tiefer  wurde  er  verstricht,  immer  schwächer  regte
sich  das  Gute  in  ihm,  immer  leichter  wurde  ihm  das  Betrügen,  das
Stehlen.  Zuweilen  wohl,  wenn  er  an  seine  alte  Mutter  und  an  die
Zukunft  dachte,  kam  eine  furchtbare  Behlemmung  über  ihn,  dann  aber
betäubte  er  sich  in  tollem,  schäumendem  Leben:  nur  nicht  an  den  Kusgang
  denhen!  Zber  das  Ende  kam  doch  —  der  Sprung  ins  Wasser.

Es  ist  eine  Hlltagsgeschichte,  eine  Geschichte,  die  trotz  unendlich
wechselnder  Gestalt  immer  nur  das  eine  predigt:  hüte  dich  vor  dem
ersten  Schritt  zum  Bösen!  Denke  nicht:  Einmal  ist  heinmal!  Die
Sünde  ist  wie  eine  tiefe  Grube;  den  Schlamm  auf  dem  Grunde  siehst
du  nicht  eher,  als  bis  du  hineingefallen  bist.  Laß  dich  nicht  lochen
durch  die  Bilder  von  Lust,  von  Glanz,  von  Freiheit!  Das  Ende  ist
doch:  es  entschläft  das  Gute  in  dir,  du  wirst  ein  elender  Sklave,  der
nicht  mehr  Rann,  wie  er  will.

Wer  Sünde  tut,  der  ist  der  Sünde  Knecht.

102  Einmdl  ist  Kemmatl.  von  Johang  Peter  Hebel.

Hinmal  ist  Keifrzzick,  dies  isk  das  erlogenste  und  scellinimste

tunter  allen  Spricluuörtern,  und  toer  es  Hemacht  Kat,  der  war
ein  schleckhter  ftechenmeister  oder  ein  boshafter.  Elnzmat  ist
#tnenihstens  einmal,  und  daran  lsit  sich  nichts  abmarkten.  Wer
einzmadi  gestohlen  hat,  der  kunn  sein  lebelunq  nimimer  mit  Walirheit
  und  mit  frohem  Aeren  sagen:  „stoftlob,  en  Nabe  mich