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„Rhoi!"  schreit  er  durch  den  Sturm  zu  der  Tjalk  hinũber.  „Werft
uns  die  Ceine  zul“  «
Z.

Der  holländische  Schiffer  hat  schon  die  Wurfleine  in  der  hand.
Kus  dem  Manöorieren  des  Rettungsbootes  hat  er  erkannt,  daß  es
nicht  an  seinem  Wrach  anlegen  hann,  und  daß  Rettung  nur  durch
Überbordspringen  möglich  ist.  Er  hat  deshalb  bereits  ein  langes,
kräftiges  Tau  an  die  Wurfleine  geknüpft,  die  er  jetzt  ein  paarmal
sausend  über  den  Uopf  schwingt  und  dann  fliegen  läßt.  Ein  Ende
der  Wurfleine  fällt  im  Reltungsboot  nieder  und  wird  blitzschnell  festgehalten.
  Starhe  Hände  ziehen  erst  die  Wurfleine  und  dann  auch  ein
Ende  des  stärheren  Taues  in  das  Boot  hinein,  bis  der  Schiffer  ein
Seichen  zum  ##nhalten  gibt.  Kuf  dem  Wrack  ist  das  Tau  am  Mast
befestigt;  im  Rettungsboot  wird  es  festgehalten:  zwischen  beiden  ist
also  eine  Derbindung  hergestellt.

Es  ist  auch  die  höchste  Seit!  Denn  die  „Brecher“,  die  schaumgekrönten,
  höchsten  Wellen,  gehen  bereits  über  das  Wrach  und  drohen
in  der  nächsten  Sehunde  die  Schiffbrüchigen  über  Bord  zu  waschen.
Der  holländer  ergreift  jetzt  einen  seiner  Knaben,  schlingt  um  dessen
Brust  mit  dem  dichen  Tau,  das  nach  dem  Rettungsboot  hinübergeht,
eine  Schleife,  und  dann  —  wirft  er  sein  Kind  in  weilem  Bogen  über
Bord  in  die  brüllende  See.  Augenblichlich  ziehen  die  im  Rettungsboot
  das  Uau  ein,  während  der  Schiffer  es  auf  seiner  Seite  nachgleiten
  läß,  und  ehe  das  Kind  noch  recht  weiß,  was  mit  ihm  geschieht,
ist  es  auch  schon  im  Rettungsboot.  Bei  dem  zweiten  Kind  dasselbe
Manöver.  Jetzt  die  Mutter  mit  dem  Säugling.  Sie  drücht  mit  beiden
flrmen  das  in  das  Tuch  gewickelte  Kind  fest  an  die  Brust,  wirft  einen
letzten  Blich  über  ihr  zerstörtes  heim,  spricht  mit  erhobenen  Kugen  ein
kurzes  Gebet  und  springt  in  die  tosenden  Wellen.  Endlich  der  erwachsene
  Sohn  und  zuletzt  der  schiffer  selbst!  —  Gerettet!  Sechs
Menschenleben  vom  sichern  Tode  gerettet!

Dom  Deck  des  Schleppers,  wo  die  Qugen  der  ganzen  Mannschaft
  mit  gespannter  Zufmerksamkeit  allen  Einzelheiten  gefolgt  sind,
braust  ein  hurra  herüber.  Gleich  darauf  schlägt  eine  gewaltige  Woge
das  Wrack  auseinander.  Es  war  also  die  allerhöchste  Zeit!

Ein  saures  Stüch  Arbeit  steht  der  Mannschaft  des  Rettungsbootes
  noch  bevor  —  an  den  Dampfer  heranzurudern  und  die  Schiffbrüchigen
  an  Bord  zu  schaffen.  Dort  werden  die  ärmsten,  die  all  ihr
hab  und  Gut  verloren  haben,  aufs  beste  verpflegt.  Die  Matrosen
stellen  ihre  Sonntagsblelder  und  ihre  Kojen  zur  Verfügung,  die  triefenden
  Kleider  werden  während  der  Rückfahrt  auf  dem  Kessel  getrochnet.