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das  Eis  fing  an  zu  knarren  und  zu  schwanken;  der  Wind  wuchs
zum  Sturme,  und  als  eben  die  letzten  den  Fuß  aufs  feste  Land
setzten,  brach  die  Decke,  und  die  Flut  wogte  an  den  Strand.

So  bewahrte  die  arme  Frau  die  ganze  Stadt  und  gab  ihr
Hab  und  Gut  daran  zu  deren  Heil  und  Rettung.

I14.  Johanna  Sehus.  VDon  Johann  Wolsgang  von  Goethe.

D#r  Damm  zerreißt,  das  Feld  erbraust.
Die  Fluten  spülen,  die  Släche  saust.
„Ich  trage  dich,  Mutter,  durch  die  Flut,
Noch  reicht  sie  nicht  hoch,  ich  wate  gut.“
5  „Ruch  uns  bedenke,  bedrängt  wie  wir  sind,
Die  Hausgenossin,  drei  arme  KNind';
Die  schwache  Frau!  Du  gehst  davon?“
Sie  trägt  die  Mutter  durchs  Wasser  schon.
„Jum  Bühle  da  rettet  euch!  Harret  derweil;
10  Eleich  hehr'  ich  zurüch,  uns  allen  ist  heil.
Sum  Bühl  ist's  noch  trochen  und  wenige  Schritt'
Doch  nehmt  auch  mir  meine  Siege  mit!“
Der  Damm  zerschmilzt,  das  Seld  erbraust,
Die  Fluten  wühlen,  die  Släche  saust.
16  Sie  setzt  die  Mutter  auf  sicheres  Land,
Schön  Suschen  gleich  wieder  zur  Flut  gewandt.  —
„Wohin?  Wohin?  Die  Breite  schwoll;
Des  Wassers  ist  hüben  und  drüben  voll.
Derwegen  ins  Tiefe  willst  du  hinein!“
20  „Sie  sollen  und  müssen  gerettet  sein!“
Der  Damm  verschwindet,  die  Welle  braust,
Eine  Meereswoge,  sie  schwankt  und  saust.
Schön  Suschen  schreitet  gewohnten  Steg,
Umströmt  auch,  gleitet  sie  nicht  vom  Weg,
25  Erreicht  den  Bühl  und  die  Nachbarin;  ·
DochderunddenKindernbeinGewiunt
Der  Damm  verschwand,  ein  Meer  erbraust's,
Den  kleinen  hügel  im  Kreis  umsaust's.
Da  gähnet  und  wirbelt  der  schäumende  Schlund
30  Und  ziehet  die  Srau  mit  den  Nindern  zugrund;
Das  horn  der  Siege  faßt  das  ein',
So  sollten  sie  alle  verloren  sein!