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men  an  der  Brüche  des  Sees  von  Cippehne,  einem  Städtchen  in  der
Neumark,  und  sah  zu,  wie  sein  Reitknecht  Hildebrand  das  Pferd  in
die  Schwemme  ritt.  Der  unkundige  Reiter  geriet  in  eine  tiefe  Stelle
des  Sees.  Das  Pferd  wurde  unruhig  und  überschlug  sich  beim  Schwimmen;
  der  Reiter  verschwand  in  der  Flut.  Im  Kugenbliche  warf  Bismarck
  Säbel  und  Uniform  von  sich  und  sprang  ihm  nach.  Es  gelang
ihm  auch,  den  Diener  zu  ergreifen  und  mit  ihm  an  die  Oberfläche
emporzukommen;  aber  nun  umhklammerte  hildebrand  in  der  Todesangst
  seinen  Retter  und  zog  ihn  in  den  bgrund  hinab.  Eine  lautlose
  Dause  angstpoller  Spannung  trat  unter  der  herbeigeströmten  Menge
ein;  für  einige  Sehunden  schien  es,  als  ob  beide  verloren  wären.
Endlich  war  es  Bismarck  unter  dem  Wasser  gelungen,  sich  aus  der
gefährlichen  Umarmung  zu  befreien;  mächtig  rudernd  erreichte  er  das
Ufer  und  zog  unter  dem  lauten  Jubel  der  Zuschauer  den  geretteten
Diener  nach  sich  ans  Land.  Die  Kunde  von  dem  Geschehenen  verbreitete
  sich  schnell  durch  die  hleine  Stadt.  Der  Geistliche  kam  ihm
in  der  Kmtstracht  an  der  Spitze  vieler  Bürger  entgegen  und  beglüchwünschte
  ihn  zu  der  ihm  widerfahrenen  Gnade  Gottes.  Dieser  edeln
Tat  verdankte  Bismarck  das  schlichte  Denkzeichen  mit  der  Inschrift:
„Für  Rettung  aus  Gefahr“,  das  er  lange  als  einzigen  Ordensschmuch
auf  der  Brust  trug.

121.  Sommernacht.  Von  Gottfrie  d  Keller.

I  meiner  Heimat  grünen  Talen,

Da  herrscht  ein  alter  schöner  Brauch;
Wann  hell  die  Sommersterne  strahlen,

Der  Glähwurm  schimmert  durch  den  Strauch,
Dann  geht  ein  Flüstern  und  ein  Winken,
Das  sich  dem  Abhrenfelde  naht,

Da  geht  ein  nächtlich  Silberblinken

Von  Sicheln  durch  die  goldne  Saat.

2.  Das  sind  die  Bursche,  jung  und  wacker,
Die  sammeln  sich  im  Feld  zuhauf
Und  suchen  den  gereiften  Acker
Der  Witwe  oder  Waise  auf,
Die  keines  Vaters,  keiner  Brüder
Und  keines  Knechtes  Hülfe  weiß  —
Ihr  schneiden  sie  den  Segen  nieder,
Die  reinste  Lust  ziert  ihren  Fleiß.