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mehr,  als  daß  er  Karl  Weisenthal  geheißen  hat  und  im  Jahre
1755  ein  Patent  erhielt.  Nach  einem  halben  Jahrhundert  solgen
zwei  Engländer.  Auch  ihre  Instrumente  waren  für  die  Einführung
nicht  geeignet.  .

dem  vierten  Erfinder,  dem  Franzosen  Thimonnier,  tut
der  „kleine  Schnurrant“  einen  namhaften  Schritt  vorwärts.  Thimonnier
  war  ein  Schneider  und  galt  in  seinem  Wohnsitz  als  ein
wunderlicher  Kauz.  Ist  doch  schon  mancher  helle  Kopf  mit  neuen
Gedanken  von  dem  unverständigen  großen  Haufen  als  übergeschnappt
verschrien  worden,  wenn  er  auch  kein  Schneider  war.  Der  Verkannte
  bewährte  sich  als  tüchtigen  Mann,  der  Mut  und  Ausdauer
  in  hohem  Grade  besaß.  Es  gelang  ihm,  einen  einflußreichen
Mann  für  sein  Instrument  zu  gewinnen.  Der  Erfinder  kam  mit
seiner  Maschine  nach  Paris,  und  alsbald,  es  war  im  Jahre  1841,
arbeiteten  acht  Maschinen  in  voller  Kraft,  um  Kleider  für  die  Armee
  zu  beschaffen.  Sechzehn  Jahre  hatte  Thimonnier  für  seine  Erfindung
  Not  und  Verachtung  gelitten,  und  als  sie  eben  den  ersten
Gewinn  brachte,  folgte  auch  gleich  das  Unglück  auf  dem  Fuße  nach.
Eine  Arbeiterbande  drang  in  Thimonniers  Werkstatt  ein  und  zerschlug
  die  Maschinen.  Die  rohe  Gewalt  von  Menschen  zerstörte  in
einer  halben  Stunde,  was  in  einem  halben  Menschenalter  mühsam
aufgebaut  war.

Es  ist  fast  unglaublich,  daß  der  Mann  nicht  erlahmte  in

seinem  Streben.  Im  Jahre  1844  war  der  aus  Paris  verjagte  Erfinder
  nach  mühsamer  Wanderung  mit  dem  Instrument  auf  dem
Rücken  nochmals  in  die  französische  Hauptstadt  eingezogen.  Durch
kleine  Arbeiten  und  durch  Vorzeigen  seiner  Maschine  hatte  er  sein
Dasein  gefristet  und  endlich  auch  einen  Genossen  zur  Ausnutzung
der  Erfindung  gewonnen.  Aber  kaum  waren  die  neuen  Werkstätten
eröffnet,  da  brach  die  Februarrevolution  aus,  und  zum  zweitenmal
  unterlag  Thimonnier  der  rohen  Gewalt.  Den  letzten  Versuch
machte  der  Unermüdliche  1851  bei  der  ersten  großen  Londoner  Ausstellmng.
  Wenn  die  Welt  sein  Werk  sähe,  müsse  er  seinen  Lohn
nden,  dachte  der  Arme.  Die  Welt  sah  es  nicht;  verspätet  zur
Einsendung  gelangt,  stand  die  Nähmaschine  in  einem  Winkel  und
verkam  elend.  Da  verließ  den  wackern  Mann  die  Kraft;  ein
dreißigjähriges  Wirken  und  Schaffen  und  Ringen  und  Kämpfen
fand  1857  sein  Ende  im  —  Armenhause.  Oh,  es  haften  viele,  viele
Tränen  an  dem  jetzt  so  munter  hüpfenden  und  tanzenden  Schnurranten,
  den  man  Nähmaschine  nennt!

Nahezu  ein  Jahrhundert  war  seit  dem  Erscheinen  der  ersten
Erfindung  verflossen,  und  nicht  weniger  als  dreißig  Patente  waren
auf  alle  möglichen  Vorrichtungen  zur  Beschleunigung  der  Naht  erteilt
  worden,  aber  ohne  Erfolg.  Da  führte  im  fernen  Boston  der
so  viel  verarbeitete  Gedanke  endlich  zum  Ziele.  Bei  einem  Optiker
zeigten  zwei  Kunstschlosser  das  Modell  einer  Strickmaschine.  „War-Leleduch

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