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mehr  als  20000  Arbeiter  und  Beamte  mit  ihren  Familien.  Sie
hatten  nicht  nur  ihren  Brotherrn,  sondern  auch  ihren  fürsorglichen
Freund  und  Vater  verloren.  Dieser  Mann  war  Alfred  Krupp.

Krupps  Vater  hatte  auf  die  Herstellung  eines  brauchbaren
Gußstahls  die  beste  Zeit  und  Kraft  seines  Lebens  verwendet,  und  der
Sohn  hatte  hierbei  von  ihm  gelernt.  Zu  größerem  Nutzen  gereichte
es  dem  jungen  Alfred  aber,  daß  er  von  seinen  Eltern  zu  strengster
Pflichterfüllung  und  zu  eisernem  Fleiße  angehalten  worden  war.
Denn  lange  und  hart  hatte  er  zu  kämpfen,  ehe  er  auch  nur  geringe
Erfolge  erzielte.  Im  Schweiße  seines  Angesichts  arbeitete  er  selbst
vor  Amboß  und  Esse.  Bis  tief  in  die  Nacht  dachte  er  nach  über
die  beste  Einrichtung  des  Betriebs,  über  die  Vervollkommnung  der
Erzeugnisse  seiner  Fabrik  und  über  die  Erweiterung  des  Absatzgebietes.
  Er  konnte  mit  Wahrheit  sagen:  „Von  meinem  14.  Jahre  an
hatte  ich  die  Sorgen  eines  Familienvaters,  bei  Tage  die  Arbeit,  des
Nachts  das  Grübeln.  Fünfundzwanzig  Jahre  lang  habe  ich  ausgeharrt,
  bis  ich  endlich  ein  leidliches  Auskommen  errang.  Meine
liebste  Erinnerung  aus  der  Vergangenheit  ist  die  so  lange  drohende
Gefahr  des  Unterganges  und  ihre  Überwindung  durch  Ausdauer,
Entbehrung  und  Arbeit.  Das  ist  es,  was  ich  jedem  jungen  Manne
zur  Aufmunterung  sagen  möchte,  der  nichts  hat,  nichts  ist  und
etwas  werden  will.“

Gegen  Ende  der  dreißiger  Jahre  beschäftigte  Krupp  sich  lange
mit  der  Herstellung  einer  Walze,  die  bestimmt  war,  die  Anfertigung
  von  Löffeln  aus  Gold,  Silber  und  andern  Metallen  schnell
und  leicht  zu  bewirken.  Nach  vielem  Nachdenken  und  langer,  mühsamer
  Arbeit  hatte  er  die  Walze  sertiggestellt;  aber  als  er  sie  zuerst
  für  den  angegebenen  Zweck  in  Anwendung  brachte,  zerbrach
sie.  Alle  Mühe  und  Arbeit,  alle  darauf  verwendeten  Kosten  waren
vergeblich  gewesen.  Da  hätte  wohl  mancher  im  Verdruß  über  das
Mißlingen  die  Trümmer  in  die  Ecke  geworfen;  nicht  so  handelte
Krupp.  Er  forschte  nach  dem  Fehler,  den  er  gemacht  hatte,  fand
ihn  nach  langem  Suchen,  fing  von  neuem  wieder  an  zu  arbeiten
und  hatte  schließlich  die  Freude,  die  Walze  in  vollster  Zweckmäßigkeit
  arbeiten  zu  sehen.  Diese  „Löffelwalze“  war  das  erste  Erzeugnis,
  das  ihm  viel  Geld  einbrachte,  so  daß  er  die  alten  Schulden
zum  Teil  tilgen  und  die  Fabrik  bedeutend  erweitern  konnte-Wer

  selbst  nicht  viel  nachdenkt,  nimmt  leicht  an,  daß  wichtige
  Erfindungen  durchweg  dem  Zufall  zu  verdanken  seien.  Er
ahnt  nicht,  wieviel  Arbeit  und  Ausdauer  bei  den  Versuchen,  die
zu  der  Erfindung  geführt  haben,  aufgewendet  worden  sind.  Wenn
die  Erfindung  fertig  vorliegt,  dann  sieht  ja  alles  so  einfach  und