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natürlich  aus,  als  wenn  es  gar  nicht  anders  sein  könnte.  Krupp
wartete  nicht  ab,  daß  ihm  ohne  sein  Zutun  ein  glücklicher  Einfall
kommen  moöchte;  er  stellte  sich  Aufgaben,  dachte  anhaltend  über  ihre
Lösung  nach,  machte  Versuche  und  änderte  und  besserte  so  lange,
bis  schließlich  herauskam,  was  er  gewollt  hatte.  Wenn  jemand
vor  sechzig  Jahren  die  Aufgabe  gestellt  hätte,  es  solle  ohne  Schweißung
  ein  Radreifen  aus  einem  verhältnismäßig  nicht  großen  Block
Gußstahl  hergestellt  werden,  dann  würden  wohl  die  meisten  das
einfach  für  unmöglich  erklärt  haben.  Vielleicht  hätten  sie  hinzugesetzt,
  das  sei  auch  ganz  zwecklos.  Krupp  hat  die  Sache  lange  überdacht
  und  vielfach  versucht,  er  hat  schließlich  ein  flach  geschmiedetes
Stück  Gußstahl  in  der  Mitte  aufgespalten,  die  Offnung  durch  Keile
unter  dem  Hammer  erweitert,  auf  diese  Weise  einen  Ring  gebildet
und  diesen  durch  Aushämmern  zu  dem  erforderlichen  Umfange
ausgedehnt.  Solche  Radreifen  hat  er  vom  Jahre  1853  an  zu  vielen
Taufenden  hergestellt  und  sehr  großen  Gewinn  daraus  erzielt.  Die
durch  Schweißung  hergestellten  Radreifen  an  den  Rädern  der  Eisenbahnwagen
  wurden  abgeschafft,  weil  sie  oft  an  der  Schweißungsstelle
brachen  und  dann  Unglücksfälle  herbeiführten.

Zu  Ende  der  vierziger  Jahre  begannen  die  Versuche,  den
Gußstahl  zur  Herstellung  der  Kanonen  zu  benutzen.  Die  Gußstahlgeschütze
  haben  Krupp  am  weitesten  berühmt  gemacht.  Man  hat
ihn  sogar  den  Kanonenkönig  genannt.  Jahrelang  haben  die  Versuche
  und  Proben  gedauert;  große  Summen  sind  daraufgegangenehe
  etwas  Brauchbares  zustande  kam.  Im  Jahre  1850  endlich  stellte
er  aus  Gußstahl  das  Rohr  eines  Sechspfünders  her,  das  im  folgenden
  Jahre  auf  der  Weltausstellung  in  London  allgemeines  Aufsehen
erregte.  Mit  den  fortschreitenden  Jahren  wurden  solche  Kanonen
von  fast  allen  Staaten  Europas  bei  Krupp  bestellt  und  von  ihm  in
den  verschiedensten  Größen  geliefert,  darunter  Riesengeschütze,  die
14  m  lang  sind  und  Geschosse  von  40  cm  im  Durchmesser  fortschleudern.
  In  dem  Kriege  von  1870/71  war  das  deutsche  Heer
mit  Kruppschen  Geschützen  versehen;  die  Franzosen  haben  damals
bitter  empfunden,  wie  sehr  die  Kruppschen  Kanonen  den  ihrigen
überlegen  waren.  Die  Gußstahlgeschütze  sind  der  Hauptartikel  der
Kruppschen  Fabrik.  Dazu  kommt  eine  große  Zahl  von  Erzeugnissen,
  die  für  den  friedlichen  Gebrauch  bestimmt  sind,  z.  B.  gewaltige
  Dampfschiffswellen,  Achsen,  Federn  und  Radreifen  für  Eisenbahnwagen,
  ferner  Walzen  und  Eisenbahnschienen.

Für  die  Schmelzöfen,  Gießereien  und  Hämmer  bedurfte  das
Werk  immer  größerer  und  zahlreicherer  Gebände.  Auch  die  Räume
zur  Verarbeitung  der  Roherzeugnisse  mußten  von  Jahr  zu  Jahr  ver-