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Die  Charybde  jetzt  brüllend  wiedergab,
Und  wie  mit  des  fernen  Donners  Getose
Entstürzen  sie  schäumend  dem  finstern  Schoße.

6.  Und  es  wallet  und  siedet  und  brauset  und  zischt,
Wie  wenn  Wasser  mit  Feuer  sich  mengt;
Bis  zum  Himmel  spritzet  der  dampfende  Gischt,
Und  Flut  auf  Flut  sich  ohn'  Ende  drängt,
Und  will  sich  nimmer  erschöpfen  und  leeren,
Als  wollte  das  Meer  noch  ein  Meer  gebären.

7.  Doch  endlich,  da  legt  sich  die  wilde  Gewalt,
Und  schwarz  aus  dem  weißen  Schaum
Klafft  hinunter  ein  gähnender  Spalt,
Grundlos,  als  ging's  in  den  Hölleunraum,
Und  reißend  sieht  man  die  brandenden  Wogen
Hinab  in  den  strudelnden  Trichter  gezogen.

*.  B.  Jetzt  schnell,  eh'  die  Brandung  wiederkehrt,
Der  Jüngling  sich  Gott  befiehlt,

Und  —  ein  Schrei  des  Entsetzens  wird  rings  gehört,
Und  schon  hat  ihn  der  Wirbel  hinweggespült,

Und  geheimnisvoll  über  dem  kühnen  Schwimmer
Schließt  sich  der  Rachen;  er  zeigt  sich  nimmer.

9.  Und  stille  wird's  über  dem  Wasserschlund,
In  der  Tiefe  nur  brauset  es  hohl,
Und  bebend  hört  man  von  Mund  zu  Mund:
„Hochherziger  Jüngling,  fahre  wohl!"
Und  hohler  und  hohler  hört  man's  heulen,
Und  es  harrt  noch  mit  bangem,  mit  schrecklichem  Weilen.

10.  Und  würfst  du  die  Krone  selber  hinein
Und  sprächst:  „Wer  mir  bringet  die  Kron',
Er  soll  sie  tragen  und  König  sein“,

Mich  gelüstete  nicht  nach  dem  teuern  Lohn.
Was  die  heulende  Tiefe  da  unten  verhehle,
Das  erzählt  keine  lebende,  glückliche  Seele.

11.  Wohl  manches  Fahrzeug,  vom  Strudel  gesaßt,
Schoß  jäh  in  die  Tiefe  hinab;
Doch  zerschmettert  nur  rangen  sich  Kiel  und  Mast
Hervor  aus  dem  alles  verschlingenden  Grab.  —
Und  heller  und  heller,  wie  Sturmes  Sausen,
Hört  man's  näher  und  immer  näher  brausen.