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Das  erfaßt'  ich  behend  und  entrann  dem  Tod.
Und  da  hing  auch  der  Becher  an  spitzen  Korallen,
Sonst  wär'  er  ins  Bodenlose  gefallen.

19.  Denn  unter  mir  lag's  noch  bergetief
In  purpurner  Finsternis  da.
Und  ob's  hier  dem  Ohre  gleich  ewig  schlief,
Das  Auge  mit  Schaudern  hinuntersah,
Wie's  von  Salamandern  und  Molchen  und  Drachen
Sich  regt’  in  dem  furchtbaren  Höllenrachen.

20.  Schwarz  wimmelten  da  in  grausem  Gemisch,
Zu  scheußlichen  Klumpen  geballt.
Der  stachlichte  Roche,  der  Klippenfisch,
Des  Hammers  greuliche  Ungestalt,
Und  dräuend  wies  mir  die  grimmigen  Zähne
Der  entsetzliche  Hai,  des  Meeres  Hyäne.

21.  Und  da  hing  ich  und  war's  mir  mit  Grausen  bewußt,
Von  der  menschlichen  Hilfe  so  weit,
Unter  Larven  die  einzige  fühlende  Brust,
Allein  in  der  gräßlichen  Einsamkeit,
Tief  unter  dem  Schall  der  menschlichen  Rede
Bei  den  Ungeheuern  der  traurigen  Ode.

22.  Und  schaudernd  dacht  ich's,  da  kroch's  heran,
Regte  hundert  Gelenke  zugleich,  '
Will  schnappen  nach  mir;  in  des  Schreckens  Wahn
Lass'  ich  los  der  Koralle  umklammerten  Zweig;
Gleich  faßt  mich  der  Strudel  mit  rasendem  Toben;
Doch  es  war  mir  zum  Heil,  er  riß  mich  nach  oben.“

23.  Der  König  darob  sich  verwundert  schier
Und  spricht:  „Der  Becher  ist  dein;
Und  diesen  Ring  noch  bestimm  ich  dir,
Geschmückt  mit  dem  köstlichsten  Edelgestein,
Versuchst  du's  noch  einmal  und  bringst  mir  Kunde,
Was  du  sahst  auf  des  Meeres  tiefunterstem  Grunde.“

24.  Das  hörte  die  Tochter  mit  weichem  Gefühl,
Und  mit  schmeichelndem  Munde  sie  fleht:
„Laßt,  Vater,  genug  sein  das  grausame  Spiel!
Er  hat  Euch  bestanden,  was  keiner  besteht;
Und  könnt  Ihr  des  Herzens  Gelüste  nicht  zähmen,
So  mögen  die  Ritter  den  Knappen  beschämen.“