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der  Sperber  dem  Habicht  nicht  nur  gleich,  sondern  übertrifft
ihn  sogar  noch.

Als  ich  an  einem  heißen  Sommermittage  vor  meiner  Haustür
  saß  und  eine  Bachstelze  beobachtete,  stürzte  plötzlich  um
die  Hausedte  ein  Sperber,  ergriff  das  zutrauliche  Vögelchen
und  entführte  es  vor  meinen  Augen  durch  die  Lüfte.  —  Auf
einem  Futterplatze  dicht  unter  meinem  Fenster  saß  beim  leckern
Schmause  eine  Spatzenschar.  Es  ging  dabei  wie  gewöhnlich
  hoch  her,  und  ein  paar  alte  Spatgenväter  waren  eben  im
beftigsten  Gezänk  begriffen,  als  auf  einmal  der  Sperber  erschien.
  Er  stieß  jedoch  fehl  und  set#te  sich  auf  ein  nahes  Geländer,
  um  mit  glühenden  Augen  das  Schlachtfeld  noch  einmal
zu  überschauen.  Gerade  unter  ihm,  dicht  an  das  Geländer  gedrückt,
  saß  ein  armer  Sperling,  der  sich  nicht  regte  und  wegte.
Ungefähr  eine  Minute  lang  dauerte  diese  schlimme  Lage,  und
schon  glaubte  ich,  der  Räuber  werde  den  armen  Sperling  übersehen,
  als  er  sich  schnell  herniederschwang  und  ihn  ergriff-Gerade
  die  Sperlinge  sind  es,  die  am  meisten  unter  den  Fängen
  des  Sperbers  bluten  müssen,  und  er  merkt  sich  den  Ort,
Wo  sie  ihre  lärmenden  Volksversammlungen  halten,  sehr  genau.
Dann  erscheint  er  dort  täglich  ein-  bis  zweimal  zur  bestimmten
Stunde  und  zieht  selten  ohne  Beute  ab.

Zum  Glück  für  die  kleinen  Sänger  miblingen  dem  Sperber
  die  Jagden  sehr  häufig;  doch  wenn  er  nach  einem  Fehlstoß
  in  freier  Luft  gewöhnlich  sofort  abzieht,  so  geht  er  bei
seiner  Verfolgung  in  Busch  und  Baum  meist  nachdrücklicher  zu
Werke.  So  sah  ich  ihn  eine  Kohhmeise  verfolgen.  Unter  lautem
  Gezeter  schlüpfte  das  geängstigte  Tier  bald  durch  die
dichtverschränkten  Zweige  einer  Eiche,  bald  durch  hohes  Nufßgesträuch,
  und  der  Sperber  stürmte  unablässig  hinterdrein.
Natürlich  war  ihm  das  Gezweig  äußerst  hinderlich,  und  die
MNeise  war  stets  ein  Stück  Weges  voraus.  Auf  die  Dauer  wäre
sie  jedoch  verloren  gewesen,  wenn  sie  es  nicht  vorgezogen
hätte,  in  einem  alten  Heckenstamme  Schutz  zu  suchen.  Da
erst  stellte  der  Sperber  seine  Verfolgung  ein.

Die  Jagd  des  Sperbers  macht  keineswegs  so  viel  Schwierigkeit
  wie  die  Jagd  des  Habichts.  Man  braucht  sich  nur  verdedct
aufzustellen,  wo  er  täglich  erscheint,  und  man  wird  ihn  leicht
erlegen.  Hat  der  Sperber  eine  gute  Mahlzeit  gehalten,  so
baumt  er  gewöhnlich  auf,  läßt  Flügel  und  Schwanz  nachlässig  herabhangen,
  zieht  Kopf  und  Hals  ein  und  pflegt  halb  wachend,
halb  träumend  der  Verdauung.  Einst  sah  ich  ihn  in  meiner