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staltet.  Das  Vergißmeinnicht  verziert  sein  zartblaues  Blütchen
an  der  Schlundröhre  mit  einem  gelben  Rande;  auf  der  Unterlippe
  des  Frauenflachses  erhebt  sich  ein  leuchtend  orangerotes
Kissen,  und  der  Wiesenklee  umgibt  sein  rotes  Köpfchen  mit
grünen  Hochblättern.  Pfifiger  noch  treiben  es  andere.  Die
Kornblume  hat  ihre  Randblüten  trompetenartig  verlängert.
Diese  Strahlenblüten  haben  selbst  keinen  Nutzen  davon,  daß
sie  sich  so  weit  sichtbar  machen;  denn  sie  besitzen  weder  Staubgefüße
  noch  Stempel,  können  also  nicht  befruchtet  werden.
Doch  ihren  Schwestern  in  der  Mitte  kommt  der  herbeigelockte
reichliche  Insektenbesuch  zugute.

Auch  der  Duft  der  Pflanzen  dient  dazu,  die  Insekten  herbeizuholen.
  Schon  der  Honigduft,  den  wir  Menschen  meist
gar  nicht  bemerken,  lodkt  viele  Insekten  mit  feinem  Geruch
aus  weiter  Entfernung  herbei,  noch  mehr  aber  der  starlce  Duft
vieler  Klee-,  Nelken-  und  Veilchenarten.  Noch  kräftigeren  Duft
finden  wir  an  solchen  Pflanzen,  die  der  bunten  Blütenpracht
entbehren,  an  Stellen  wachsen,  wo  sie  schwer  aufzufinden  sind,
oder  die  in  der  Nacht  ihre  Blüten  erschließen.

Es  ist  nicht  denkbar,  daß  die  Blumen  so  schlaue  Leutchen
sind  und  all  diese  Hülfsmittel  ersonnen  haben,  um  ihre  lieben
Gäste,  die  Insekten,  herbeizulocken.  Es  herrscht  eine  tiefe
Weisheit  in  der  Natur,  die  auch  das  scheinbar  Unzusammengehörige
  zu  einem  Ganzen  verknüpft.  So  sind  auch  Insekten
und  Pllanzen  zu  einer  Gemeinde  verbunden,  deren  Glieder  einander
  fördern,  obgleich  jedes  dabei  nur  an  sich  selbst  und
seine  Erhaltung  denkt.

140.  Uist=  und  Futterplätze  für  Vögel.
Don  Sischer  und  Llebe.

Lie  Võgel  erfreuen  uns  nicht  nur  durch  ihren  lieblichen  Gesang,

sondern  viele  von  ihnen  bringen  auch  unendlichen  Nutzen  durch
das  Dertilgen  schädlicher  Insehten,  die  bei  massenhaftem  Zuftreten
der  Earten-,  Land-  und  Forstwirtschaft  unberechenbaren  Schaden  zufügen.
  Mit  nimmer  ruhendem  Sleiß  und  stets  gutem  #ppetit  suchen
die  Dögel  vom  frühen  Morgen  bis  zum  späten  Zbend  die  Schädlinge,
ihre  Eier  und  Larven  als  tägliche  Rahrung  auf.  Diese  Insektenfresser
  unter  den  befiederten  Sängern  bedürfen  eines  besondern  Schutzes,
und  ihre  allmähliche  Abnahme  ist  äußerst  bedenklich.

In  Dörfern  und  Städten  verschwinden  die  lebenden  Gartenzäune
immer  mehr,  und  an  ihre  Stelle  treten  Draht-  und  Eisengitter.  In-