—  195  —

folge  der  in  vielen  deutschen  Landen  durchgeführten  Susammenlegung
der  Felder  sind  die  Raine  mit  ihren  Schwarzdorn-,  Weißdorn=  und
hundsrosenhechen  weggefallen,  und  dadurch  ist  zahlreichen  Dögeln  die
Eelegenheit  zum  Nisten  genommen.  Bei  der  jetzt  eingeführten  Bewirtschaftung
  der  Fluren  gibt  es  keine  Brachächer  mehr,  und  jeder  Sumpf,
der  früher  mit  hohem  Schilf,  und  jedes  Stück  Land,  das  mit  dichtem
Buschwerk  bestanden  war,  geht  der  Vogelwelt  verloren.  Das  Bhächlein,
  das  in  zierlichen  Windungen  die  Wiese  durchzieht,  wird  geradegelegt,
  und  seine  hohlen  Weiden  und  knorrigen  Erlen  fallen  unter  der
rt  des  Holzhauers.  In  den  Wäldern  wird  jeder  alte  Baum,  der  in
seinen  ausgefaulten  Kstlöchern  vielen  höhlenbrütern  einen  sichern  RKufenthalt
  bot,  abgeschlagen  und  durch  ein  junges  Stämmchen  aus  dem
Forstgarten  ersetzt.  Das  dichte  Unterholz  wird  im  hochwalde  auch
nicht  gern  gesehen  und  findet  oft  nur  noch  am  Waldessaum  ein  Plätzchen.
  Der  sich  jährlich  steigernde  Verkehr  erfordert  eine  ständige  Dermehrung
  der  Telephon-,  Telegraphen=  und  Eisenbahnanlagen,  durch
die  unsere  Lieblinge  auch  manche  Störung  und  Schädigung  erfahren.
Alle  Gartenbesitzer,  Landwirte  und  Forstleute  sollten  auf  den  Fortbestand
  lebender  Zäune,  dichter  hechen  und  hohler  Bäume  Bedacht  nehmen
  und  hierdurch  die  Erhaltung  ihrer  getreuesten  Gehilfen  fördern.

Um  die  hählenbrüter  in  solchen  Gegenden,  in  denen  sie  ihrer
natürlichen  Niftgelegenheiten  beraubt  sind,  zu  erhalten,  hänge  man  an
geeigneten  Stellen  Uisthästen  auf.  Hierbei  ist  folgendes  zu  beachten.
Starenkästen  sind  an  hurzen  oder  langen  Stangen  zu  befestigen  und
mit  diesen  in  den  Gipfeln  hoher  Bäume  oder  an  den  Giebeln  von
Gebäuden  anzubringen.  Zuch  lästen,  die  ohne  Stangen  in  den  Kronen
  der  Bäume  oder  an  den  Wänden  der  häuser  aufgehängt  sind,
werden,  wenn  sie  freien  Kusflug  gestatten,  von  den  zutraulichen
Staren  bezogen,  die  uns  durch  ihr  munteres  Wesen  und  melodisches
Pfeifen  erfreuen.  Die  Nistkästen  für  Meisen  werden  in  Obstgärten
und  an  Waldrändern  in  einer  höhe  von  3  m  an  starhen,  schräg
nach  oben  aufsteigenden  küsten  der  Bäume  mit  gutem  Draht  so
sicher  festgebunden,  daß  sie  vom  Winde  nicht  hin  und  her  bewegt
werden  hönnen.  Zuch  lieben  es  diese  Dögel,  daß  das  Flugloch  etwas
schräg  abwärts  nach  dem  Boden  zu  gerichtet  ist.  Einen  Schutz  gegen
Raubzeug  gewähren  Dornen,  mit  denen  die  hünstlichen  Wohnstätten
dicht  umgeben  werden.  Die  Risthästen  für  Rotschwänzchen  müssen
etwas  niedriger  sein,  ein  weit  vorspringendes  Dach  und  eine  weite
Offnung  haben.  Für  die  Mistkästen  der  hausrotschwänzchen  findet  sich
am  Simse  der  Wand,  unter  dem  Dache  des  hauses  und  in  der  offenen
Luhe  des  Schuppens  ein  geeignetes  Plätzchen.  Die  Kästen  der  Gartenrotschwänzchen
  hängt  man  in  einer  Höhe  von  3  m  an  glatten  Stämmen

13*