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von  dem  mächtigen  Schöpfer,  der  so  große  Werke  vollbracht,
von  dem  weisen  Geiste,  der  solche  Ordnung  ausgesonnen,  von
dem  gütigen  Vater,  der  so  viel  Schönes  uns  geschenkt  hat.
So  redet  dies  Buch  zu  uns,  wenn  wir  nur  Ohren  haben,  um
zu  hören.

152.  Die  Obstbäume  mit  ihren  Freunden  und
Feinden.  Von  Stephan  Reinke.

Die  Obstbäume  haben  zumeist  ein  unscheinbares  Aussehen.  Wenn
aber  der  junge  Lenz  mit  warmem  Finger  tausend  und  aber
tausend  weiße  Blüten  aus  ihren  Zweigen  zupft,  so  werden  sie  schön.
Dann  ist  der  Obstgarten  ein  wahres  Blütenmeer.  Es  sieht  aus,
als  ob  die  Obstbäume  Tische  seien,  auf  denen  weiße  Laken  mit
grünen  Säumen  liegen,  und  als  ob  unter  ihnen  ein  grüner  Teppich
ausgebreitet  sei  mit  blauen  Veilchen.  gelben  Primeln  und  weißgesternten
  Marienblümchen  darauf.  Die  Tische  sind  besetzt  mit  füß
duftendem  Honig  und  goldenem  Blumenstaub,  und  Biene,  Hummel
und  Schmetterling  kommen  heran,  um  zu  schmausen  und  zu  naschen.
Aber  die  kleinen  Näscher  sollen  nicht  nur  nehmen,  sie  sollen  auch
geben;  sie  sollen  die  Blüten  bestäuben  und  den  Bäumen  zu  Frucht
und  Samen  verhelfen.  Wie  aber  geht  das  zu?  Wenn  die  Insekten
  in  die  Blüten  kriechen,  um  Blütensaft  und  Blütenstaub  zu
holen,  kommen  sie  mit  den  Staubbeuteln  in  Berührung.  Ein  Teil
des  Blütenstaubes  bleibt  an  dem  haarigen  Körper  der  Insekten
haften,  und  sie  fliegen  damit  zu  andern  Blüten  gleicher  Art  hinüber.
  Berührt  nun  bei  dem  Arbeiten  des  Insekts  der  mitgebrachte
Staub  die  Narbe  des  Griffels,  dann  geschieht  es  leicht,  daß  die
Blüte  befruchtet  wird.  Wenn  man  aus  einer  Gegend,  wo  Obstbau
  getrieben  wird,  die  Bienen  und  Hummeln  entfernte,  so  würde
man  nur  wenig  Obst  bekommen.  Man  kann  sich  nun  auch  erklären,
warum  die  Obsternte  nur  gering  ist,  wenn  zur  Blütezeit  Kälte,
Regen  oder  heftiger  Wind  vorherrschend  war;  die  Insekten  fliegen
ja  bei  solchem  Wetter  nur  ungern  und  halten  sich  dann  zumeist  an
geschützten  Stellen  auf.

Aber  die  Bäume  bekommen  auch  Gäste  zum  Besuch,  die
bloß  nehmen,  ohne  zu  geben,  undankbares  Gesindel,  das  die  Blüten
zersticht  und  den  Bäumen  die  Blätter  abfrißt.  Zu  diesen  unwillkommenen
  Gästen  gehört  der  Apfelblütenstecher,  wie  er  nach  seinem
Gewerbe  genannt  wird.  Er  kann  den  Obstbäumen  sehr  gefährlich
werden,  so  klein  und  unscheinbar  er  auch  ist.  Denn  wenn  im  ersten