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Es  ist  mittlerweile  Herbst,  Spätherbst  geworden.  Die  Menschen
  sind  gekommen  und  haben  dem  Baum  abgenommen,  was
Maden  und  Raupen  ihm  übriggelassen  haben.  Es  ist  trüb  und
kalt  geworden,  und  er  möchte  schlafen.  Da  kommt  zu  guter
Letzt  noch  das  Weibchen  des  Frostspanners  herangekrochen,  das  nur
vier  armselige  Flügelstummel  hat  und  nicht  fliegen  kann,  und  bittet
den  Baum  um  Kost  und  Wohnung  auch  für  seine  Nachkommen.
Wo  so  viele  satt  werden,  meint  es,  da  könnten  vielleicht  auch  seine
Kinder  noch  satt  werden  im  nächsten  Frühjahr,  und  legt  dem  Baum
seine  Eier  ohne  weiteres  an  Zweig  und  Ast.  Und  wenn  der  Lenz
kommt  mit  Blatt  und  Blüten,  da  setzen  sich  auch  die  Räupchen  des
Frostspanners  ans  Mahl  und  tun,  als  ob  der  ganze  Baum  ihnen
gehöre,  ganz  wie  die  andern.

Es  gibt  noch  eine  ganze  Reihe  Schmetterlinge,  die  sich  bei  den
Obstbäumen  zu  Gaste  laden  und  teilweise  noch  größer  sind  als  bie
genannten.  Aber  sie  treten  doch  durchweg  nicht  in  einer  solchen
Anzahl  auf,  daß  sie  den  Bäumen  schädlich  werden.

Der  gefährlichste  Gast  der  Obstbäume  aber  ist  die  Blutlaus.
Man  kann  sie  leicht  auffinden,  denn  sie  hat  einen  dichten  weißen
Flaum  um  den  Leib,  und  wenn  man  sie  zerdrückt,  kommt  ein  blutroter
  Saft  hervor.  —

So  sind  die  armen  Obstbäume  gar  übel  daran;  aber  sie  haben
auch  gute  Freunde,  die  ihnen  helfen  in  ihrer  Not.

Zunächst  sind  das  kleine  Insekten,  die  man  Schlupfwespen  nennt.
Sie  legen  ihre  Eier  in  die  lebendigen  Raupen.  Aus  den  Eiern  kommen
  Maden,  die  sich  nichts  daraus  machen,  ihre  Wirte  bei  lebendigem
  Leibe  aufzufressen.  Ferner  stellen  sich  zum  Schutze  der  Obstbäume
  verschiedene  Arten  kleiner  Vögel  ein,  die  mit  vielem  Geschick
und  großer  Ausdauer  den  Kampf  gegen  die  Feinde  führen.  Dabei
zeichnen  sich  besonders  die  Grasmücke,  der  Zaunkönig  und  die  Nachtigall
  aus,  ferner  die  große  Schar  der  Meisen  und  Finken.  Es  läßt
sich  nicht  abschätzen,  was  diese  scharfäugigen  und  unermüdlichen
Polizisten  Jahr  für  Jahr  an  Eiern,  Raupen,  Puppen,  Käsern  und
Schmetterlingen  vernichten.

Aber  die  Schlupfwespen  und  Vögel  allein  können  das  Riesenheer
  der  Baumzerstörer  nicht  bewältigen,  der  Mensch  muß  ihnen
helfen.  Der  Apfelblütenstecher  sitzt  den  ganzen  Sommer  hindurch
auf  dem  Baume.  Wenn  man  ein  großes  Laken  unter  dem  Baume
ausspannt  und  dann  den  Baum  plötlich  kräftig  rüttelt,  kann  man
ihn  faugen.  Das  soll  man  besonders  kurz  vor  dem  Blühen  tun,  in
der  ersten  Hälfte  des  April,  da  die  Weibchen  dann  ihre  Eier  absetzen.
  Die  Raupen  der  Ringelspinner  tötet  man  frühmorgens,  wenn