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Ingendzeit.  Sic  hat  auch  bereits  eine  Erfrischung  besorgt  für
die  PTause,  die  um  8  Uhr  gehalten  wird.  Die  jüngeren  Kinder
des  Hauses  müssen  das  Garn  von  den  Spulen  abhaspeln.  Sobald
  eine  gewisse  Zahl  von  Strängen  erreicht  ist,  werden  diese
gewaschen,  getrocknet  und  für  den  Webstuhl  vorbereitet.

Der  Webstuhl  gehört  zur  Einrichtung  eines  ordentlichen
Bauernhauses.  Das  Weben  eriernen  fast  alle  Jünglinge.  Wochenlang
  sitzt  der  Weber  in  der  Kammer,  der  Webstuhl  klappert,
das  Schifflein  fliegt  hbin  und  her,  und  nach  langer  Arbeit  ist
das  Leinen  fertig.

Werden  Flachs  und  Wolle  miteinander  verwebt,  so  erbält
man  Tirtey,  einen  bei  den  Landleuten  beliebten  Sloff,  der  zu
dauerhaften  und  warmen  Kleidern  verarbeitet  wird.

Wenn  das  Linnen  vom  Webstuhle  kommt,  hat  es  eine
aschgraue  Farbe;  deshalb  muß  es  geblecicht  werden.  Aus  Holusche,
  Soda  und  schwarzer  Seife  wird  eine  Lauge  bereitet;  darin
  wird  es  gekocht  und  dann  an  sonnigen  Tagen  im  Frühjahr
oder  Vorsommer  auf  dem  Rasen  ausgebreitet  und  fleitig  mit
fließendem  Wasser  begossen.  Ist  das  Leinen  fünf-  bis  sechsmal
  den  Einwirkungen  der  scharfen  Lauge  und  der  Sonnenstrahlen
  ausgesetzt  gewosen,  so  erlangt  cs  allmähllch  eine
glänzend  weiße  Farbe.

Der  Flachs  erfordert  viel  Arbeit,  che  er  dem  Gebrauche
der  Menschen  dlenen  kann.  Dafür  hat  aber  auch  die  selbstbercitete
  Leinwand  einen  bleibenden  Wert,  so  daß  es  im  Volksmunde
  heißt:  „Viel  Leinen  ist  ein  heimlicher  Reichtum.“

Besuchen  wir  einmal  eine  Familie,  in  der  Spinnrad  und
Webstuhl  noch  in  Ehren  gehalten  werden.  Mit  Freuden  wird
die  Hausfrau  uns  ihr  Leinen  zeigen,  auf  das  sie  mit  Recht
stolz  ist.  Sie  führt  uns  auf  die  Zimmer,  wo  die  alten  cichenen
Schränke  und  Kisten  stehen.  Darin  liegt  georduct,  „wus  der
Winterkleiß  gesponnen“.  Wir  bewundern  die  vielen  Dutzend.
Leinentücher,  Kissenberzüge,  Hemden,  Hand-  und  Tischtücher.
  Kaffeedecken  in  einfachem  und  Gebildleinen  und  die
zahlreichen  Rollen  unverarbeiteter  Leinwand.  Und  un  manche
Stücke  knüpfen  sich  Erinnerungen.  ene  Leintücher  dort,  so
erzählt  uns  die  Frau.  hat  ihre  Mutter  gesponnen.  Diese  Hemden
rühren  noch  von  der  Croßmutter  her.  Wahrhaftig,  die  Frau