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flächen  anzupflanzen.  Im  Jahre  1855  umfaßten  die  Weidenanpflanzungen
  9  ha,  im  Jahre  1902  bereits  600  ha  und  zu  Anfang
des  Jahres  1905  in  den  drei  Kreisen  Heinsberg,  Geilenkirchen  und
Jülich  zusammen  über  1200  ha.

Die  Korbweidenanlagen  werden  Griend  genannt.  Man  bezeichnet
  damit  die  feuchte  Niederung,  den  „kühlen  Grund“,  auf  dem
die  Weiden  am  liebsten  wachsen.  Die  Arbeiten  in  den  Grienden,
die  viele  Mühe  und  großen  Fleiß  erfordern,  werden  in  der  Regel
von  Ende  Oktober  bis  Mitte  April  verrichtet,  also  zu  einer  Zeit,
wo  die  Feldarbeiten  vielfach  ruhen.  Von  Oktober  bis  tief  in  den
Winter  hinein  wird  das  Miesengelände  für  die  Weidenanlage  gerodet,
  d.  h.  man  gräbt  es  je  nach  den  Bodenverhältnissen  zwei  bis
drei  Spatenstiche  tief  um.  Ende  März  bis  Mitte  April  werden
die  umgerodeten  Fluren  reihenweise  mit  Stechlingen  besetzt;  das  sind
Stüche  frisch  geschnittener,  meist  zweijähriger  Weidenruten,  die  etwa
30  cm  lang  sind  und  die  Diche  eines  Zeigefingers  haben.  Auf  ein
Ar  pflanzt  man  gegen  1800  Stechlinge.  Diese  treiben  nach  unten
weiße  Wurzeln  und  nach  oben  grüne  Sprößlinge.  Wenn  die  Weidentriebe
  ungefähr  30  cm  groß  geworden  sind,  ist  es  an  der  Zeit,
das  besonders  in  nassen  Sommern  üppig  wuchernde  Unkraut  zu
entfernen.  Vor  allen  Dingen  müssen  die  Anlagen  von  der  sogenannten
  Winde  freigehalten  werden.  Der  feuchte  Boden  fördert  das
Wachstum  der  Weiden  gar  sehr,  so  daß  am  Ende  des  Sommers
aus  den  zarten  Trieben  mannshohe  Buten  entstanden  sind,  die  sich
durchweg  schon  zur  Verarbeitung  eignen.  Es  ist  üblich,  daß  die
Weiden  alljährlich  geschnitten,  d.  h.  abgeerntet  werden.  Damit  aber
die  Anlagen  in  ihrem  Ertrage  nicht  vorzeitig  zurüchgehen,  wird  dieser
  regelmäßige  jährliche  Schnitt  höchstens  sechs  Jahre  durchgeführt.
Von  da  ab  läßt  man  die  Weidenruten  gewöhnlich  zwei  Jahre  wachsen,
  weil  sie  auf  die  Dauer  in  einem  Jahre  nicht  mehr  lang  und
stark  genug  werden.

Das  Schneiden  der  zum  Gebrauch  bestimmten  Weiden  findet
am  Ausgange  des  Winters  statt.  Die  geschnittenen  Ruten  werden
entweder  der  Luft  und  der  Sonne  zum  Trochnen  ausgesetzt,  oder
sie  werden  geschält.  Zum  Schälen  eignen  sich  nur  Ruten  von  harten
  Weidensorten,  die  einen  schlanken  Wuchs  und  eine  glatte  Rinde
haben.  Am  besten  entspricht  diesen  Anforderungen  die  Mandelweide,
auch  Greveling  genannt,  die  neben  der  Hanf=  oder  Palmweide  im
Rurtale  hauptsächlich  angebaut  wird.  Die  zum  Schälen  bestimmten
Weiden  werden  bündelweise  aufrecht  in  eine  flache  Grube,  die  handhoch
  mit  Wasser  gefüllt  ist,  oder  in  einen  Graben  mit  fließendem
Wasser  gestellt.  Bald  treiben  die  Ruten  an  den  Schnittflächen