156.  Schwert  und  Pflug.  von  Johannes  Trofan.

Wehl  uns,  solang  noch  seinen  Acker
Zn  Mühsal  nuser  Candmann  bant,
Lolang  er  noch  getrost  und  wacker
Der  Lände  Tüchtigkeit  vertraut!

2.  Solang  noch  ihre  Wellen  schlagen
Kornfelder  über  deutsches  Land,
Die  rot'  und  blane  Glumen  tragen,
Hineingewirkt  von  Ichöpfers  Hand.

3.  Solang  noch  zwischen  grünen  Sperren
Die  Lerche  baut  ihr  hleines  Nest;
Solange  noch  den  Zranz  von  Ahren
Der  SIchnitter  flicht  zum  Erntefest.

4.  So  lange  steht  ihr,  feste  Stützen
Des  Reiches,  das  soust  haltlos  fällt.
Das  Schwert  ist  da,  den  Pflug  zu  schützen:
Der  Hflug  ist's,  der  das  Schwert  erhält.

157.  Die  Zuckerrübe  und  ihr  Anbau.
Von  Friedrich  Brücker.

Seit  einigen  Tagen  befand  ich  mich  bei  Verwandten  auf  dem
Lande,  um  meine  Ferien  dort  zu  verbringen.

An  einem  schönen  Septemberabend  saßen  wir  unter  der  großen
  Linde  vor  dem  Hause.  Mehrere  Nachbarn,  darunter  auch  der
Lehrer  des  Ortes,  hatten  sich  ebenfalls  eingefunden.  Das  Gespräch
drehte  sich  um  die  Zuckerfabrik  und  den  Rübenbau.

„Ja,  ja.“  sagte  der  alte  Werther,  „wer  den  Acker  pflegt,  den
pflegt  der  Acker.  Das  gilt  ganz  besonders  von  dem  Anbau  der
Zuckerrübe.  Seit  wir  mit  dem  Kunstdünger  arbeiten,  hat  sich  der
Ertrag  unserer  Acker  bedeutend  erhöht.“

„Wißt  Ihr  vielleicht,  Werther,  wer  die  erste  Zuckerrübe  gepflanzt
  hat?“  fragte  Nachbar  Dirks.  „Es  ist  doch  eigentlich  unrecht,
  wenn  man  über  die  Geschichte  dieser  wertvollen  Pflanze
nichts  weiß."“

Die  Nachbarn  schauten  auf.  Einer  sah  den  andern  an;  keiner
schien  die  Frage  beantworten  zu  können.  Endlich  nahm  der  Lehrer
das  Wort,  indem  er  sich  an  den  jüngsten  Sohn  des  Hofbesitzers
wandte:  „Nun,  Wilhelm,  du  hast  ja  vergangenen  Winter  die  Landwirtschaftsschule
  besucht.  Ich  denke,  daß  du  auf  diesem  Gebiete  Be-