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ausgehoben.  In  neuerer  Zeit  bedient  man  sich  auch  der  Rübenhebemaschine.
  Ein  scharfes  Hackmesser  schneidet  das  Laub  herunter,
die  geköpften  Rüben  werden  zur  Fabrik  geliefert  oder  bis  auf  weiteres
  eingemietet.  Die  Blätter  werden  verfüttert.  In  der  Fabrik
werden  die  Rüben  entzuckert;  die  Schnitzel  werden  den  Bauern  zur
Verfütterung  zurückgeliefert.“

Inzwischen  waren  wir  an  einem  Walde  angekommen.  Ehe
wir  in  den  prächtigen  Laubwald  traten,  warf  ich  noch  einen  Blick
auf  die  fruchtbaren  Gefilde  zurück.  Ja,  Onkel  Werther  hat  recht:
„Wer  den  Acker  pflegt,  den  pflegt  der  Acker."

158.  Von  unserer  Kartoffel.  Von  Hermann  Wagner.

Ale  Verwandten  der  Kartossel  sind  schlimme  Kunden;  sie  stammen
  aus  der  Familie  der  Nachtschatten  oder  Tollkräuter.  Ihre
Brüder  sind  der  giftige,  der  schwarze  und  der  bittersüße  Nachtschatten,
  ihre  Base  ist  die  Tollkirsche,  ihre  Vettern  heißen  Stechapfel
und  Bilsenkraut.  Das  sind  alles  höchst  verdächtige  Gestalten,  Mörder
  von  Haus  aus,  Gewächse,  die  einen  Menschen  wahnsiunig  machen
und  ums  Leben  bringen  können.

Auch  die  Kartoffel  war  anfänglich  ein  nichtsnutziges  Ding,  das
auf  den  Gebirgen  von  Chile  und  Peru  wild  wuchs.  Die  wilde
Kartoffel  ist  ein  gistiges  Wesen  wie  der  schwarze  Nachtschatten.  Das
Kraut  ist  übelriechend.  Selbst  ein  Tier  geht  ungern  daran,  es  zu
fressen,  allenfalls  die  Raupe  des  Totenkopfschmetterlings.  Die  weißen
  Blüten  haben  keinen  Geruch,  und  die  grünen  Beeren  sind
vollends  ein  schauerliches  Gericht.  Man  erzählt,  daß  ehemals  einer
diese  runden  Dinger  als  Gemüse  gekocht  habe,  da  er  sie  für  die
nutzbaren  Teile  der  Kartoffel  gehalten.  Sie  mögen  ihm  noch  schlechter
bekommen  sein,  als  sie  schmeckten.  Sie  wirken  giftig.  Aber  auch
die  Knollen  der  wilden  Kartoffeln  sind  nicht  viel  nütze;  sie  sind  klein,
wässerig  und  bitter  von  Geschmack.

Der  Kartoffel  ergeht's  wie  einem  Bettlerkinde.  Bleibt  sie  in
den  schlechten  Verhältnissen,  in  denen  sie  aufgewachsen  ist,  so  wird
nichts  Gutes  daraus.  Soll  sie  besser  werden,  so  muß  es  ihr  auch
äußerlich  besser  gehen,  sonst  verkommt  sie.  Sie  hat  nicht  Kraft
genug,  von  selbst  etwas  Gutes  hervorzubringen.  Als  sich  aber  der
Mensch  des  kümmerlichen  Gewächses  annahm  und  ihm  das  Leben
leichter  machte,  da  wurde  etwas  Ordentliches  und  Genießbares
daraus.

Man  setzte  die  Kartoffel  in  umgegrabenen  lockern  Boden  und
düngte  ihn.  So  konnte  sie  nach  allen  Seiten  hin  rasch  Wurzel