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und  hatten  auch  nicht  viel  Lust,  die  ausgeschriebenen  Preise  zu  verdienen.
  In  Deutschland  brachte  erst  die  Not  des  Siebenjährigen
Krieges  viele  dazu,  das  fremde  Gewächs  anzupflanzen,  und  jetzt
kann  sich  mancher  gar  nicht  mehr  denken,  wie  man  leben  könnte
ohne  Kartoffeln.  Gibt's  doch  in  einigen  Gebirgsgegenden  früh  zum
Kaffee  Kartoffeln,  Kartosseln  zum  Frühstück,  zu  Mittag  und  zum
Abendbrot  wiederum.  Es  sind  kaum  hundert  Jahre  her,  daß  die
Kartoffel  allgemeiner  ward,  und  schon  ist  sie  unentbehrlich  geworden.


Du  weißt,  daß  die  Knollen  der  Kartoffel  nicht  die  Früchte  der
Pflanze  sind;  was  für  Teile  es  aber  sonst  seien,  darüber  hat
man  auch  vielerlei  hin  und  her  gestritten.  Lange  Zeit  sagte  man,
es  seien  knollige  Wurzeln.  Neuerdings  betrachtet  man  sic  als  verdickte
  unterirdische  Zweige.  Man  säte  die  Kartosselbeeren  und  bemerkte,
  daß  die  keimenden  Pflänzchen  unter  der  Erde  an  dem  Stengelteil
  Zweige  entwickelten  und  an  diesen  kleine  Kartoffeln.  An  ganz
jungen  Kartoffeln  wirst  du  winzige  schuppenförmige  Blättchen  in
einer  Schraubenlinie  gestellt  finden,  gerade  wie  am  oberen  Stengel
die  Blätter  auch  stehen.  In  jedem  Winkel  eines  solchen  Blättchens
entsteht  eine  Knospe  zu  einem  Stengel,  ein  sogenanntes  Auge.

Im  änußeren  Aussehen  der  Teile,  die  sich  über  der  Erde
befinden,  hat  die  Kartoffelpflanze  nichts  vor  den  übrigen  Nachtschattenarten
  voraus.  Ihre  ungleich  gefiederten  Blätter  sind  düster
gefärbt,  dabei  unangenehm  riechend  und  rauh.  Die  fünfeckigen
weißen  oder  lilaroten  Blüten  mit  den  fünf  goldgelben  Staubgefäßen
und  grünen  Griffelspitzchen  sind  noch  das  Hübscheste  an  ihr;  denn
die  Beeren  mag  nicht  einmal  ein  Tier  genießen.  Die  Kartoffel
könnte  also  ebensogut  als  Sinnbild  der  Bescheidenheit  dienen  wie
das  Veilchen;  sie  hält  ihre  besten  Eigenschaften  unter  der  Erde
verborgen,  und  niemand  möchte  es  dem  Kraute  ansehen,  was  für
Schätze  darunter  sind.

159.  Über  Pilze.  Von  Wilhelm  Cleff.
1.  Vom  Nutzen  der  Pilze.

Durchstreit  man  im  goldenen  Herbstsonnenglanz  unter  den  buntfarbenen
  Baumkronen  der  Berghänge  den  herbstlich  stillen
Wald,  so  kann  man  mit  prüfendem  Blick  jene  blütenlosen  Pflanzen
am  Boden  finden,  die  man  Pilze  nennt.  Aber  auch  auf  blumigen
Wiesen,  auf  Viehweiden  sowie  an  Acker=  und  Straßenrändern