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maschine  zu  breiten  flachen  Tafeln  geschlagen.  Aus  ihnen  wird  auf
den  Spinnmaschinen  das  Garn  hergestellt,  das  entweder  als  feines
Maschinen=  oder  Nähgarn  oder  stärkeres  Strickgarn  Verwendung  finden
  kann.  Das  meiste  davon  wird  aber  auf  mechanischen  Webstühlen
  zu  den  verschiedensten  Zeugen  verwebt.  Segel-  und  Hemdentuch,
  Kleider=  und  Gardinenstoffe,  Schleierzeug  und  Barchent  und  viele
andere  Stoffe  stellt  man  aus  Baumwolle  her;  man  verarbeitet  sie
auch  zusammen  mit  Seide,  Wolle  und  Leinen.  Auch  die  Samenkörner
der  Baumwollstaude  finden  Verwendung.  Früher  hat  man  sie  kaum
benutzt,  jetzt  sind  sie  sehr  begehrt,  da  sich  aus  ihnen  ein  geruchloses
fettes  Ol  darstellen  läßt,  das  zum  Einfetten  der  Wolle,  zum  Schmieren
von  Maschinen  und  zur  Herstellung  von  Seise  dient;  gebleicht  wird
es  vielfach  zur  Verfälschung  des  Olivenöls  und  anderer  Speiseöle
verwendet.

Es  wäre  ein  großer  Vorteil  für  uns,  wenn  wir  den  nützlichen
Baumwollenstrauch  im  eigenen  Vaterlande  anbauen  könnten,  aber
dazu  ist  der  Boden  nicht  fruchtbar  und  die  Luft  nicht  feucht  und
warm  genug.  Eine  Verwandte  ist  freilich  auch  in  unsern  Gärten
heimisch  geworden:  das  ist  die  Stockrose,  die  wie  die  Baumwolle
zum  Geschlecht  der  Malven  gezählt  wird.  Die  Baumwolle  hat  ihre
Heimat  im  feuchtwarmen  Indien;  dort  haben  auch  die  Baumwollenstoffe
  der  vorchristlichen  Zeit  ihren  Ursprung.  Sie  waren  sehr  selten
und  galten  als  besonders  kostbar.  Man  nimmt  an,  daß  der  in  der
Heiligen  Schrift  als  „weiße  Seide"  oder  köstliche  Leinwand“  bezeichnete
  Stoff  Baumwolle  gewesen  sei.  Auch  in  Agypten  wurde  die
Baumwolle  sehr  hoch  geschätzt.  Priester  trugen  baumwollene  Gewänder,
  und  Joseph  erhielt  von  Pharao  ein  solches  Gewand  als
Geschenk.  Von  Indien  kam  die  Baumwolle  nach  Europa.  Arabische
Kaufleute  brachten  sie  schon  im  zweiten  Jahrhundert  n.  Chr.  nach  den
Häfen  am  Roten  Meere,  und  die  mohammedanischen  Eroberer  verpflanzten
  sie  nach  Spanien.  Von  dort  verbreitete  sich  ihr  Anbau
weiter  nach  Italien  und  Griechenland,  aber  die  Kultur  der  Baumwolle
  hat  in  den  südeuropäischen  Ländern  nie  eine  große  Rolle  gespielt.
  Dagegen  entwickelten  sich  zur  Zeit  der  Kreuzzüge  der  Handel
mit  Baumwolle  und  die  Herstellung  baumwollener  Stoffe  in  den
europäischen  Ländern.  Über  Genna  und  Venedig,  die  größten  Handelsplätze
  des  Mittelalters,  gelangte  die  Baumwolle  nach  Deutschland,
  und  ihre  Verarbeitung  wurde  hier  bereits  im  14.  Jahrhundert
betrieben,  zuerst  in  Konstanz,  dann  in  Ulm.  In  Ulm  wurde  baumwollenes
  Garn  von  den  Webern  zunächst  als  Schußgarn  in  eine
leinene  Kette  geschlagen  und  zu  Barchent  verwebt.  Der  Barchent
begründete  Ulms  Reichtun  und  Macht  unter  den  Städten  des