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jede  hat  ihre  Zellkerne,  das  sind  winzige  Körnlein,  die  selber  wieder
einen  eigenartigen  Bau  sehen  lassen.  Jede  Zelle  hat  ihre  Aufgabe;
die  Eiweißmasse  arbeitet,  bewegt  sich  und  nimmt  Nahrung  auf,  Zellkerne
  teilen  sich  und  geben  Anlaß  zur  Vermehrung,  zur  Neubildung
von  Zellen;  die  Zellwände  sorgen  als  wachsame  Lecher  dafür,  da
nur  die  richtigen  Stoffe  dem  Zellinhalte  zukommen.  Aus  dem  vereinten
  Zusammenwirken  all  der  Zellen  wächst  das  Hälmchen,  wächst
die  ganze  Pflanze  auf.  «

Dort  schimmert  ein  sumpfiges  Wässerlein  aus  der  grünen
Wiese  heraus.  Wir  tauchen  unsern  Finger  ein  und  lassen  den
klaren  Tropfen,  der  an  ihm  hangenblieb,  auf  ein  Glasplättchen
fallen,  das  unter  ein  Vergrößerungsglas  gestellt  wird.  Dieses
Tröpflein  birgt  eine  ganze  Welt.  Welch  reges  Treiben  herrscht  in
diesem  kleinen  Raume,  der  kaum  die  Größe  eines  Stecknadelkopfes
einnimmt!  Wie  wimmelt  es  da  von  seltsamen  Gestalten,  die  bald
friedlich  aneinander  vorbeiziehen,  bald  in  wildem  Kampfe  ums  Dasein
  einander  anfallen!  Jede  dieser  winzigen  Gestalten  ist  ein  ganzes
  Wesen,  in  dem  sch  alle  Lebensvorgänge,  Ernährung,  Wachstum
und  Vermehrung,  nach  wohl  bestimmten  Regeln  vollziehen.

Eine  Nadelspitze  riht  unmerklich  unsere  *  Wir  fühlen
kaum  den  feinen  Stich  und  lassen  uns  in  unsern  Gedanken  gar
nicht  stören.  Aber  ein  winzig  kleines  hochrotes  Blutströpflein  quillt
hervor  —  und  auch  dieses  Blutströpflein  ist  eine  Welt.  Zu  Millionen
  schwimmen  darin  kleine  scheibenförmig  plattgedrückte  Körper
herum,  die  Blutkörperchen,  deren  Größe  nur  Heben  Tausendstel  eines
Millimeters  beträgt.  Und  doch  ist  jedes  dieser  Körperchen  eine  Zelle,
ein  kleiner  Organismus,  der  selbständig  sein  Leben  in  dem  großen
Organismus  des  Menschenleibes  führt,  und  der  doch  ohne  ihn  nicht
bestehen  kann,  wie  umgekehrt  der  menschliche  Körper  zugrunde  geht,
wenn  seine  Blutkörperzahl  zu  gering  geworden  ist.

Aber  der  Nadelstich  ist  nicht  immer  so  harmlos.  Feiner  als
die  bestgeschliffene  Nadel  ist  der  zarte  Rüsiel  des  Moskitos.  Sanft
setzt  sich  das  zierliche  Insekt  auf  die  Haut  eines  fiebernden  Kranken,
1  taucht  seinen  Saugapparat  in  ein  Blutäderchen  und  schlürft
einen  kleinen  Tropfen  mit  Wohlbehagen  ein.  Aber  bei  den  Tausenden
  von  Blutkörperchen,  die  dem  gierigen  Moskito  in  jenem
Tröpflein  zugeführt  werden,  weilen  auch  einige  wusheinbare  Zellen.
Es  #in  die  Krankheitserreger  der  Malaria;  7.  sind  ohne  Kopf  und
ohne  Mund,  ohne  Beine  und  ohne  Flügel,  bloße  Eiweißklümpchen,
noch  hundertmal  kleiner  als  die  unserm  Auge  unsichtbaren  Blutkörperchen
  —  und  doch  sind  auch  sie  lebendige  Wesen,  die  sich
nähren  und  vermehren-  Gesättigt  fliegt  der  Moskito  weiter,  aber
bei  seiner  nächsten  Mahlzeit,  wenn  er  seinen  Rüssel  wieder  unbemerkt
  in  eine  menschliche  Haut  hineingräbt,  da  dringen  vielleicht
ein  oder  zwei  jener  Schädlinge  mit  hinein,  sie  werden  vom  Blute
sortgespült  —  und  diese  kleinen  Lebewesen  können  den  kräftigsten

Besebuch  für  Cberklallen.  Rh.  15