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gefahrlose  Entzündung  von  Minen  und  verzeichnet  Tag  und
Nacht  das  Ergebnis  der  Wetterbeobachtungen.  Er  durchleuchtet
die  Körperteile  des  Kranken  und  zeigt  dem  Arzte  die  Anwesenheit
  von  Fremdkörpern  und  Knochenbrüchen.  Und  dieser
willige  Sklave,  der  unserm  leisesten  Winke  folgt,  ist  doch  kein
anderer  als  der  furchtbar  gewaltige  Geselle,  der  in  seiner
Wildheit  Eichen  zersplittert,  Gebäude  in  Brand  steckt,  Menschen
  und  Tiere  erschlägt.

Zerschneidet  man  den  leitenden  Draht,  so  springt  zwischen
den  Enden  ein  knisternder  Funke  hervor,  der  sich  vor  unsern
neugierigen  Blicken  schleunigst  in  sein  metallenes  Reich  zurückflüchtet.
  Bringt  man  an  den  Enden  des  zerschnittenen  Drahtes
Kohlenstücke  an,  so  schlägt  die  Elektrizität  über  das  Hindernis
hinweg  eine  strahlende  Brücke.  Das  ist  das  sogenannte  Bogenlicht,
  das  vielfach  zur  Beleuchtung  von  Straben,  Plätzen  und
groben  Räumen  verwendet  wird.  Verbinden  wir  den  zerschnittenen
  Leitungsdraht  wieder  durch  einen  andern,  sehr  dünnen
Metalldraht,  so  erhitgt  sich  dieser  plötzlich,  erglüht  bei  gesteigerter
  Erhitgzung  und  leuchtet  schließlich  wie  jeder  weiGglühende
Körper,  ia  er  schmilzt  unter  Funkensprühen  in  lauter  flüssige
Kügelchen,  die  in  kleine  weißglühende  Sterne  zerstieben.  Nehmen
  wir  statt  des  Drahtes  einen  Kohlenfaden,  so  schmilzt  er
allerdings  nicht,  aber  er  verbrennt  sofort  an  der  Luft.  Um
dies  zu  verhindern,  müssen  wir  den  Kohlenfaden  in  eine  luftleer
gemachte  Glaskugel  oder  Glasbirne  einschmelzen,  durch  deren
Wände  wir  den  Strom  ins  Innere  leiten.  So  entstecht  die  Glühlampe,
  die  eine  weite  Verbreitung  gefunden  hat.

Wenn  wir  den  elektrischen  Strom  schon  in  diesen  großartigen
  Wirkungen  bewundern,  so  ist  seine  Arbeit  im  kleinen
noch  unendlich  viel  staunenswerter.  Der  Strom,  der  von  einem
Weltteil  zum  andern  durch  die  dunkeln  Tiefen  des  Weltmeeres
hin  unsere  Gedanken  mit  der  Schnelligkeit  des  Lichtes  fortträgt,
  ist  ungemein  schwach,  noch  viel  schwächer  als  jener,  der
gewöhnlich  für  den  Telegraphen  auf  dem  Lande  verwendet
wird.  Aber  die  allerschwächste  Menge  Elektrizität,  die  auf
unsere  Nerven  gar  keinen  Eindruck  mehr  hervorzubringen
vermag,  reicht  hin,  um  die  menschliche  Stimme  mit  ihrer
vollen  Klangfarbe  im  Augenblicr  über  ganze  Ländergebiete
hinzutragen.  Und  doch  ist  die  hierzu  nötige  Einrichtung  —
der  Fernsprecher  —  so  verblüffend  einfach!  Ein  gewöhnlicher
Magnet,  vor  dessen  Polen  eine  dünne  Eisenplatte  ausgespannt
ist,  die  frei  vor  dem  Magneten  schwingen  kann  —  das  ist  alles!