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ein  Krokodil,  ein  Palmenbaum  ausschaut;  von  ihrem  eigenen
Leibe  aber  wissen  sie  nicht  viel  mehr  als  der  Blinde  von  der
Farbe.  Vor  dem  Arzte  und  der  Apotheke  haben  sie  eine  heillose
  Furcht;  mit  ihrer  Gesundbeit  aber  springen  sie  um  wie
jener  Junge  mit  der  silbernen  Taschenuhr,  die  er  von  seinem
Paten  zum  Geschenk  erhalten  hatte.  Erst  stocherte  er  mit  der
Gabel  darin  herum,  dann  wunderte  er  sich,  daß  sie  nicht  mehr
geben  wollte.  Ihr  lacht?  Es  ist  aber  so.

Den  Vergleich  mit  der  Uhr  können  wir  überhaupt  sehr
gut  brauchen.  In  solch  einer  Uhr  gibt'’s  viele  Räder,  große,
kleine  und  ganz  kleine.  Ist  auch  nur  eins  schadhaft,  greifen
die  Räder  nicht  mehr  so,  wie  sie  sollen,  eins  in  das  andere,
so  hapert'’s:;  die  Uhr  muß  zum  Doktor.  Das  ist  der  Uhrmacher.
Ist  ein  Rädchen  schadhaft  geworden,  so  seftt  er  ein  neues  ein,
und  die  Uhr  geht  wieder  prächtig.  Die  Uhr  —  das  ist  der
Leib  des  Menschen;  die  Räder  —  das  sind  die  einzelnen  Glieder.
  Greifen  alle  Räder  ineinander,  wie  sie  sollen,  d.  h.  tun
alle  Teile  ihre  Pflicht  und  Schuldigkeit,  so  geht  das  ganze
Werk,  daß  es  eine  Freude  ist;  ist  aber  auch  nur  ein  Zahn
eines  solchen  Rädchens  abgewetgt,  dann  Kkommt  das  ganze  Werk
aus  dem  Takte.

Bis  hierher  stimmt  der  Vergleich  aufs  Haar,  weiter  aber
nicht.  Die  kranke  Uhr  heilt  der  Uhrmacher,  indem  er  das
nichtsnutige  Rädchen  herausnimmt.  Der  Doktor  aber  kann
einem  Menschen,  dessen  Blasebalg  nicht  mehr  recht  arbeiten
will,  nicht  die  alte  Lunge  herausschneiden  und  eine  neue  einsetzen.
  Könnte  er  das,  dann  gäb’'s  lauter  steinalte  Leute.
Weil  aber  die  Doktoren  dazu  niemals  imstande  sein  werden,
so  folgt  daraus,  daß  wir  kein  Rädchen  in  unserm  Leibesuhrwerke
  schadhaft  werden  lassen  dürfen.  Dazu  gehört,  daß  wir
unsern  Körper  so  weit  kennen  lernen,  um  zu  verstehen,  wie
die  einzelnen  Räder  ineinandergreifen,  und  daß  wir  nichts  tun,
was  diese  Räder  vorzeitig  abnutzen  könnte.

178.  Über  sahn=  und  Mundpflege.  von  Nart  nölle

  Ueile  unsers  Körpers  bilden  ein  untrennbares  Ganzes.  Wird

auch  nur  die  Pflege  eines  elnzigen  Eliedes  vernachlässigt,  dann
leidet  der  ganze  Körper  darunter.  Wer  seinen  Mund  sorgfältig  pflegt,
erhält  nicht  nur  die  ähne  gesund,  sondern  sorgt  auch  für  das  Gedeihen
des  ganzen  Körpers.