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alle  sind  schädlich.  Manche  sind  für  die  Verdauung  notwendig,
andere  leben  als  harmlose  Schmarotzer  in  unserm  Körper,  wieder
andere  aber  verursachen  und  verbreiten  jene  gefürchteten  Seuchen,
die  wir  gewöhnlich  als  anstechende  oder  übertragbare  Krankheiten
bezeichnen.  Der  Cholerakeim  hat  im  Jahre  1892  in  Hamburg
dinnen  wenigen  Wochen  8000  Menschen  getötet,  und  im  russischen
Reiche  sind  in  demselben  Jahre  260  000  Personen  von  dem  winzigen
  Menschenmörder  ins  Grab  gestürzt  worden.  An  der  Lungenschwindsucht
  allein  stirbt  ungefähr  ein  Siebtel  der  ganzen  Mienschheit;
  so  viel  Siechtum  und  langsames  Sterben  verschuldet  ein  einziger
Spaltpilz,  Tuberkelbazillus  genannt.  BVobert  Koch  hat  ihn  zuoerst
entdecht.  Dieser  unerschrochene  Forscher  und  Arzt  hat  unter  den
Seuchenkranken  Indiens  auch  den  Krantheitskeim  der  Cholera
nachgewiesen.

Jetzt  kennen  wir  die  schlimmsten  Feinde  unserer  Gesundheit
und  können  uns  deshalb  leichter  vor  ihnen  schützen.  Sie  gelangen
durch  die  Nasen-,  Mund=  und  Haleschleimhaut,  durch  Verletzungen
der  Haut  oder  auf  andern  Wegen  in  den  gesunden  Körper  und
gebrauchen  hier  erst  eine  bestimmte  Zeit  zur  Entwichlung.  Dann
kommen  die  Vorläufer  einer  schweren  Erkrankung,  z.  B.  Wüdigbeit,
Unwohlsein,  Schüttelfrost  und  Fieber.  Je  nach  den  ausgenommenen
Pilzen  folgt  dann  eine  bestimmte  anstechende  Krankheit,  die  nur
der  Arzt  zuverlässig  bestimmen  kann.  Diese  Krankheitskeime  entstehen
  nie  von  selbst,  sondern  gelangen  immer  von  außen  in  den
Körper,  und  der  kranke  Körper  scheidet  sie  auch  wieder  nach  außen
ab.  Sie  finden  sich  alsdann  in  den  Auswursstoffen  des  Kranken,
und  durch  den  menschlichen  Verkehr  kommt  das  GEift  überallhin.
Die  Anstechung  geschieht  meistens  durch  unmittelbare  Berührung
des  Kranken;  es  Bönnen  aber  auch  gesunde  Mittelspersonen  den
Ansteckungsstoff  auffangen  und  auf  einen  Dritten  übertragen,  der
den  Kranken  gar  nicht  gesehen  hat,  während  sie  selbst  verschont
bleiben.  Das  GEift  haftet  aber  auch  an  leblosen  Gegenständen,  an
Kleidern,  Aöbeln,  Eß=  und  Trinkgeschirren,  an  Nahrungsmitteln,
im  Wasser,  an  Postpaketen  und  Waren.  Es  kann  deshalb  bis  in
ferne  Gegenden  verschleppt  werden.

Bei  der  Pocken=  oder  Blatternkrankheit  kann  die  Anstechung
sogar  durch  die  Luft  übertragen  werden.  Noch  leichter  wird  die
Krankheit  durch  Wäsche,  Betten,  Kleider  und  durch  den  Inhalt  der