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stets  gleichem  Zeitmaße  wurde  durch  Erheben  der  Arme  bis  über
den  Kopf  der  kleine  Brustkasten  möglichst  weit  ausgedehnt  und
dann  wieder  durch  Senken  der  Arme  und  Druck  auf  die  Seitenflächen
  der  Brust  zusammengedrückt.  Mit  deutlich  hörbarem  Geräusch
  drang  der  Luftstrom  ein  und  aus;  aber  das  Kind  lag  blaß
und  leblos,  wenn  die  beiden  Mädchen,  ermattet  von  der  Anstrengung,
auf  Augenblicke  ihre  Bemühungen  aussetzten.

Eine  Viertelstunde  nach  der  andern  verging;  immer  mehr
schwand  die  Hoffnung  der  Mutter  und  der  Umstehenden.  Endlich,
nachdem  mehr  als  eine  Stunde  lang  die  Bewegungen  fortgesetzt
waren,  schrie  plötzlich  das  junge  Mädchen  auf:  „Jetzt  hilft  es!  Er
fängt  an  zu  atmen!“  Und  siehe  da,  als  sie  mit  den  Bewegungen
einhielten,  hob  sich  die  kleine  Brust  von  selbst,  und  eine  lichte  Röte
färbte  die  blassen  Wangen.  Lauter  Jubel  der  Umstehenden  erhob
sich;  aber  die  beiden  Helferinnen  ließen  noch  nicht  nach  und  setzten,
obwohl  aufs  äußerste  erschöpft,  ihre  Bemühungen  nnablässig  fort,
bis  die  Wangen  sich  lebhafter  röteten  und  der  Kleine  plötzlich  die
Augen  aufschlug.  Nun  wurden  auf  Geheiß  der  jungen  Samariterin
die  gewärmten  Decken  herbeigebracht,  in  die  der  Kleine  nach  Beseitigung
  der  übrigen  Kleidungsstücke  eingehüllt,  und  mit  denen  er
dann  tüchtig  gerieben  wurde.  Der  Kleine  fing  an  zu  sprechen  und
verlangte  etwas  zu  trinken.  Man  flößte  ihm  warmen  Tee  ein  und
trug  ihn  nun  in  Decken  gehüllt  ins  Haus  und  in  sein  Bett,  wo  er
alsbald  in  einen  tiefen,  gesunden  Schlaf  fiel.  Als  ich  zwei  Stunden
später  an  sein  Bett  trat,  klagte  er  über  nichts  mehr.

2.

Wie  oft  werden  die  unzweckmäßigsten  Mittel  angewandt,  das
Blut  zu  stillen,  weil  die  Leute  keine  Vorstellung  davon  haben,  woher
  das  Blut  kommt,  und  nur  von  allerlei  Blutstillungsmitteln  gehört
  haben,  die  sich  in  diesem  oder  jenem  Falle  bewährt  haben
sollen.  Den  größten  Ruf  besitzt  unter  den  Laien  das  Spinngewebe,
  und  man  beeilt  sich,  aus  dem  staubigsten  Winkel  möglichst
viel  von  diesem  unsaubern  Stofse  herbeizuholen  und  in  die  Wunden
zu  stopfen.

Wenn  das  nicht  hilft,  so  kommt  der  Feuerschwamm  an  die
Reihe  oder  ein  alter  schmutziger  Waschschwamm,  der  in  die  Wunde
hineingepreßt  wird.  Nicht  selten  aber  sind  Leute  da,  die  gehört
oder  gesehen  haben,  daß  man  durch  Druck  jede  Blutung  stillen
könne.  Wo  und  wie  aber  dieser  Druck  anzuwenden  sei,  das  haben
sie  niemals  gelernt,  und  so  wird  oft  ein  Druck  an  der  unrichtigen
Stelle  und  in  der  unzweckmäßigsten  Weise  angebracht,  so  daß  er
die  Blutung  nur  noch  verschlimmert,  statt  zu  hemmen.

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