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zwei  Arbeiter  ist  im  Ofen  eine  Offnung  angebracht.  Die  Sffnung
heißt  Arbeitsloch.  Der  Glasbläser,  den  wir  beobachten,  öffnet  die
Tür  und  taucht  den  unteren  Teil  der  Pfeife  in  das  glühende  Glas.
Wie  spielend  dreht  er  sie  in  der  Hand,  und  ein  Klumpen  der  zähflüssigen
  Masse  bleibt  daran  hangen.  Schnell  wie  der  Blih  ist  der
Bläser  am  Rande  der  Brüstung  und  dreht  die  Pfeife  in  dem  gabelförmigen
  Pfahleisen.  Durch  diese  Drehung  bringt  er  die  Hauptmasse
des  Glases  vor  die  Offnung  der  Pfeise.  Nun  läuft  er  wieder  zu
seinem  Arbeitsloch  und  erwärmt  das  Glas  im  Ofen.  Alsdann  bläst
er  in  die  Pfeise.  Dadurch  entsteht  in  dem  Glasklumpen  eine  Höhlung.
  Rasch  bringt  er  den  Stab  in  eine  senkrechte  Richtung.  Das
Glas  senkt  sich  nach  uuten  und  nimmt  die  Gestalt  einer  Birne  an.
In  dieser  Gestalt  bringt  der  Glasbläser  die  Masse  in  die  gußeiserne
Flaschenform  und  bläst  sie  zur  fertigen  Flasche.  Die  Flasche  wird
durch  Berührung  mit  einem  halbrunden  kühlen  Messer  und  durch
eine  geschickte  Bewegung  vom  Pfeifenrohr  entfernt.  Dann  kittet  der
Bläser  mit  einem  glühenden  Glastropfen  ein  Eisen  an  die  untere
Höhlung  der  Flasche  und  hebt  sie  empor.  Nun  umgibt  er  den
Flaschenhals  mit  einem  Glasring  und  formt  die  wulstige  Mündung
daraus.  Das  alles  ist  das  Werk  weniger  Minuten.  Flinke  Träger
eilen  herbei  und  nehmen  die  Flaschen  auf  dem  mit  Drahtgewebe
überzogenen  Eintrageeisen  in  Empfang,  um  sie  zum  Kühlofen  zu
tragen.  Der  Kühlofen  enthält  mehrere  Abteilungen  mit  allmählich
verminderter  Wärme.  Die  Flaschen  müssen  alle  diese  Abteilungen,
von  der  heißesten  bis  zur  völlig  abgekühlten,  durchlaufen;  dann  erst
können  sie  ohne  Gefahr  der  äußeren  Luft  ausgesetzt  werden.

Wieviel  Flaschen  werden  auf  diese  Weise  alljährlich  hergestellt?
Rate  einmal!  Zehntausend,  hunderttausend,  eine  Million  vielleicht?
Ach,  das  reicht  bei  weitem  nicht!  Das  Gerresheimer  Werk  liefert
jährlich  80  Millionen  Flaschen,  die  in  alle  Kulturländer  der  Erde
versandt  werden.

Durch  die  Einführung  der  Ovenschen  Flaschenblasmaschine  hat
sich  in  jüngster  Zeit  die  Leistungsfähigkeit  der  Glashütte  noch  bedeutend
  erhöht.  Wir  sehen  auch  die  Maschine  in  ihrer  rastlosen
Tätigkeit.  Die  Maschine  stellt  etwa  16  Flaschen  in  einer  Minute
her.  Sie  arbeitet  Tag  und  Nacht.  Mit  ihrer  Hilfe  leistet  ein  Mann
so  viel  wie  30  Glasbläser.

In  der  letzten  Zeit  hat  die  Glashütte  auch  die  Herstellung  der
dicken  Glasplatten  aufgenommen,  wie  sie  zur  Bedeckung  von  Bahnhofshallen
  und  Lichtschächten  gebraucht  werden.

Um  die  Anfertigung  einer  solchen  Platte  zu  beobachten,  gehen
wir  wieder  auf  die  andere  Seite  des  Ofens.  Auf  einem  langen

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