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eisernen  Tisch  steht  eine  Maschine  mit  zwei  großen  Walzen.  Die
Tür  des  Ofens  wird  geöffnet.  Mit  einem  Riesenlöffel  schöpfen  zwei
Arbeiter  das  geschmolzene  Glas  und  werfen  es  mit  einem  Ruck  vor
die  Walze.  Nun  setzt  sich  die  Maschine  in  Bewegung.  Die  Walzen
gleiten  über  den  Glasklumpen  und  breiten  ihn  zu  einer  großen
Platte  aus.  Ein  iugendlicher  Arbeiter  fährt  behende  mit  einem
langen  Messer  unter  der  Glasplatte  her,  um  das  Ankleben  zu  verhindern.
  Bei  der  Herstellung  von  Drahtglas  wird  ein  Drahtgeflecht
in  das  geschmolzene  Glas  gedrückt.  Dadurch  wird  die  Haltbarkeit
des  Glases  bedeutend  erhöht.  Die  fertigen  Glasplatten  wandern
ebenfalls  in  den  Kühlofen  und  bleiben  etwa  drei  Stunden  darin.
Alsdann  werden  sie  auf  großen  Tischen  zurechtgeschnitten.

Der  Direktor  begleitet  uns  bis  zum  Tore.  Mit  aufrichtigem
Dank  scheiden  wir  von  dem  liebenswürdigen  und  kenntnisreichen
Manne.

Der  Zug  nach  Düsseldorf  läuft  soeben  ein.  Während  der
Fahrt  will  ich  dir  noch  einiges  von  der  Glashütte  erzählen,  es
wird  dir  sicherlich  gefallen.  Auf  dem  Gerresheimer  Werk  sind  2800
Arbeiter  beschäftigt.  Um  ihnen  weite  Wege  zu  ersparen,  wurden
von  den  Werkbesitzern  Arbeiterwohnungen  in  der  Nähe  der  Fabrik
erbaut.  Dadurch  wird  das  Familienleben  gefördert  und  ein  Stamm
tüchtiger  Arbeiter  seßhaft  gemacht.  Das  gereicht  nicht  nur  den
Fabrikbesitzern,  sondern  auch  dem  einzelnen  Arbeiter  zum  Vorteil.

Jeder  Arbeiter  hat  eine  gesunde  und  geräumige  Wohnung,
die  aus  einer  Küche,  zwei  Kammern,  einer  Stube,  einer  Bodenkammer,
  zwei  Kellerräumen  und  einer  Stallung  besteht.  Mit  jeder
Wohnung  ist  ein  Garten  verbunden.  Während  die  älteren  Wohnungen
  zwei  Familien  beherbergen,  sind  in  den  neuen  Häusern  wegen
des  steigenden  Bodenwertes  vier  untergebracht.  In  jeder  Wohnung
ist  Wasser=  und  Gasleitung.

Für  die  leiblichen  Bedürfnisse  der  Arbeiter  auf  den  Arbeitsstätten
  ist  gut  gesorgt.  In  der  Glashütte  stehen  jederzeit  große
Kannen  mit  kaltem  Kaffee  zum  Trinken  bereit.  Für  die  unverheirateten
  Arbeiter  wird  gutes  und  schmackhaftes  Essen  in  der
Küche  bereitet.

Für  bedürftige  Familien  ist  eine  stets  offene  Hanb  vorhanden.
Witwen  und  Waisen  werden  aus  einer  besondern  Fürsorgekasse
unterstüßt.  Ein  Stift,  das  Ferdinandheim,  dient  als  Zufluchtsort
alter  arbeitsunfähiger  Leute.  Es  wurde  von  der  Frau  Kommerzienrat
  Heye  in  Düsseldorf  mit  einem  Kostenaufwande  von  11  Millionen
Mark  errichtet.  Damit  kam  die  wohltätige  Frau  einem  Wunsche
ihres  verstorbenen  Gemahls  Ferdinand  nach,  den  ein  allzu  früher