Tod  an  der  Ausführung  seines  Planes  hinderte.  Das  Ferdinandheim
  liegt  am  Fuße  der  bewaldeten  Hügelkette,  die  das  Städtchen
umsäumt.  Es  hat  einen  herrlichen  Garten  mit  schattigen  Bäumen
und  prächtigen  Blumenbeeten.  Wenn  du  noch  einmal  nach  Gerresheim
  kommst,  so  vergiß  nicht,  es  zu  besuchen.  Mit  tiefer  Rührung
wirst  du  die  Worte  am  Eingang  des  Hauses  lesen:

„Den  Müden,  die  des  Lebens  Last  getragen,  soll  es  eine

Heimat  sein.“

192.  Solinger  Stahlwaren.  Von  Franz  Trautmann.

Solingen  ist  eine  saubere  Stadt,  die  ihre  bergische  Eigenart  nirgends
  verleugnet.  Die  meisten  Häuser  sind  mit  schwarzgrauem
Schiefer  bekleidet.  Sie  würden  gar  zu  düster  aussehen,  wenn  nicht
hellgrüne  Fensterläden  und  grüngestrichene  Türen  einen  lebhafteren
Farbenton  dazwischensetzten.  Die  Stadt  hat  eine  sehr  anmutige
Lage  inmitten  waldreicher  Hügel  und  blühender  Täler.  Ihre  Entstehung
  verdankt  sie  wahrscheinlich  einem  bergischen  Rittergeschlecht;
Aufschwung  und  Bedeutung  aber  errang  sie  durch  den  rastlosen  Gewerbfleiß
  ihrer  Bewohner.

Stahl  und  Eisen,  Hammer,  Amboß  und  Schleisstein  sind  die
hervorragenden  Merkzeichen  ihrer  Industrie.  Schon  im  14.  Jahrhundert
  genossen  die  Solinger  Waffenschmiede  hohen  Ruf,  und  ihre
Erzeugnisse  waren  weit  und  breit  im  Lande  berühmt.  Die  Sage
erzählt,  daß  mit  den  Kreuzfahrern  kunstreiche  Wafsenschmiede  aus
Damaskus  nach  Deutschland  gekommen  seien.  Sie  hätten  sich  im
lieblichen  Tal  der  Wupper  und  auf  den  Höhen  angesiedelt  und  die
Kunst  des  Morgenlandes  in  die  neue  Heimat  verpflanzt.

In  der  ersten  Zeit  arbeiteten  die  Solinger  Schmiede  nur  auf
Bestellung  für  die  Fürsten  und  Ritter  des  Bergischen  Landes.
Später  gingen  ihre  Erzeugnisse  in  die  Hände  der  Kaufleute  über,
die  nun  auf  den  Messen  zu  Straßburg,  Nürnberg  und  Leipzig  die
Solinger  Waffen  zur  Schau  stellten  und  das  Absatzgebiet  bedeutend
erweiterten.  Mit  der  Entwicklung  des  Heerwesens  wuchs  auch  die
Solinger  Waffenindustrie.  Im  Laufe  der  Zeit  versorgten  die  Solinger
  Werkstätten  fast  sämtliche  Heere  Europas  mit  Säbeln,  Lanzen
und  Bajonetten.  Dem  riesenhaften  Verbrauch  war  die  Industrie  inbessen
  auf  die  Dauer  nicht  gewachsen.  Die  meisten  Staaten  gründeten
  eigene  Waffenfabriken.  Dadurch  sahen  sich  die  Solinger
Schmiede  genötigt,  auch  andere  Stahlwaren,  wie  Scheren,  Gabeln