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und  Messer,  herzustellen.  Unzählige  Mengen  dieser  Waren  werden
von  vielen  großen  Versandgeschäften  in  die  Welt  geschickt.  An  Güte
und  Haltbarkeit  werden  sie  von  keinen  Erzeugnissen  der  Welt  übertroffen.
  So  wird  mit  diesen  Waren  der  Ruhm  der  bergischen  Stadt
in  die  entlegensten  Länder  getragen.

Die  Solinger  Stahlwaren  werden  nicht  ausschließlich  in  großen
Fabriken  hergestellt.  Zumeist  sind  es  kleine  Werkstätten,  in  denen
die  Gegenstände  auf  eigene  Rechnung  der  Meister  angefertigt  werden.
  Diese  verkaufen  sie  teils  roh,  teils  fertig  an  die  größeren
Fabrikverleger.

Der  Werdegang  einer  Solinger  Klinge  setzt  viele  Hände  in  Bewegung,
  ehe  sie  „gereidet“,  d.  h.  fertig  in  die  Welt  wandert.  Zuerst
nimmt  der  Schwertschmied  die  Stahlstange  in  seine  schwielige  Hand.
Die  Esse  raucht,  das  Feuer  glüht,  der  Hammer  fällt,  der  Amboß
singt,  das  Eisen  stöhnt  unter  den  wuchtigen  Hieben  des  Reckhammers.

Ricke  tick,  tack,  l  Hoch  den  Arm!
Ricke  tick,  tu,  Schlage  zu
Eisen  warm,  Ricke  tick,  tu!

Der  Reckhammer  schweißt  das  Eisen  zusammen  und  gibt  ihm
die  nötige  Länge  und  Dicke.  Mit  Hilfe  des  „Draufschlägers“  erhält
nun  die  Stange  die  Gestalt  einer  Klinge.

Alsdann  beginnt  die  Tätigkeit  des  Härteschmiedes.  Der  Stahl
wird  wieder  zum  Rotglühen  erhitzt,  durch  nassen  Hammerschlag  gezogen
  und  hierauf  in  kaltes  Wasser  getaucht.  Er  zeigt  dann  noch
einen  bläulichen  Härteschein,  der  von  dem  Schleifer  entfernt  werden
muß.  Die  Schleifkotten  liegen  sehr  oft  in  den  Schluchten  des  Hügelwaldes
  über  dem  Bach,  dessen  herabstürzendes  Wasser  den  Schleifstein
  in  Bewegung  seht.

Die  Arbeit  der  Schleifer  ist  mühsam  und  gesundheitsschädlich.
Ihre  Kleider  werden  von  dem  spritzenden  Wasser  durchnäßt,  und
beim  trockenen  Schleifen  wirbelt  der  Staub  den  Leuten  ins  Gesicht.
Trot  alledem  geht  der  Schleifer  unverdrossen  an  die  Arbeit.  Unter
Benutzung  von  Ol  und  Schmirgel  wird  die  Klinge  blank  geschliffen.
Freudig  hebt  der  Schleifer  sein  Werk  empor.  Es  ist  glatt  und
klar  wie  ein  Spiegel.  Die  Prunkwaffen  kommen  nun  in  die  Werkstätten
  der  Ätzer  und  Vergolder.  Figuren,  Sprüche  und  Namenszüge
  werden  in  den  Stahl  geätzt  und  dann  vergoldet.  Schwertgriffe
und  kunstvolle  Degengefäße  sind  von  dem  Griffmacher  verfertigt
worden.  In  biese  werden  die  Klingen  eingelassen,  der  Schwertfeger
liefert  die  Scheiden,  und  die  Waffe  ist  fertig.