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Blick  schweift  darüberhinweg  wie  über  einen  Bergsee.  Den
See  mit  Kähnen  zu  befahren,  ist  nicht  gestattet;  denn  Remscheid
  hat  die  Talsperre  angelegt,  um  seine  Einwohner  jederzeit
  mit  gutem  Trinkwasser  zu  versorgen.  Jede  Verunreinigung
  muh  also  sorgfältig  vermieden  werden.  Man  hat  auch
neben  der  Mauer  einen  Filtrierturm  erbaut,  in  dem  das  Wasser
durch  Kiesschichten  sickert  und  so  gereinigt  wird,  ehe  es  durch
die  groben  Druckpumpen  in  die  beiden  Wassertürme  der  Stadt
getrieben  wird.  Nit  Recht  nennt  man  die  Talsperre  auch  ein
Sparbedten,  denn  es  werden  darin  sonst  nutglos  abfliebende
Wassermassen  aufgespart.  Bei  langer  Dürre  kann  sie  daber
gutes  Trinkwasser  liefern  und  für  die  gewerblichen  Betriebe
ausreichende  Wasserkraft  abgeben.  Dagegen  verhütet  sie  Uberschwemmungen,
  die  sonst  bei  starken  Regengüssen  eintreten
würden.

Die  Sperrmauer  hat  einen  gewaltigen  Druck  des  Wassers
auszuhalten.  Dieser  Drucke  ist  an  der  untersten  Stelle  am
stärksten.  Deshalb  hat  man  die  Fundamente  der  Mauer  tief  in
der  Erde  angelegt  und  ihr  unten  eine  Stärke  von  15  m  gegeben.
  Ihre  obere  Breite  beträgt  noch  4  m.  Zur  größeren
Sicherheit  ist  die  Sperrmauer  bogenförmig  gebaut,  und  zwar  so,
daß  die  Wölbung  des  Bogens  dem  Drucke  des  Wassers  entgegenstrebt.
  Uber  die  Mauer  führt  ein  Fußweg,  der  die  beiden
Ufer  miteinander  verbindet.  Ist  das  Sammelbecken  gefüllt,  so
strömt  das  überflüssige  Wasser  durch  einen  Seitengraben  in
das  Bett  des  Eschbaches,  der  zahlreiche  Hammerwerke  treibt.

Die  Umgebung  der  Talsperre  ist  zu  schönen  Anlagen  umgewandelt
  worden.  Unterhalb  der  Sperrmauer  sehen  wir
Blumenbeete,  Springbrunnen,  Rasenflächen  und  glitzernde  Teiche.
auf  denen  die  Besucher  der  Talsperre  Kahnfahrten  machen.
Den  schönsten  Blick  über  die  ganze  Anlage  geniebßen  wir  von
dem  Gasthause  aus,  das  in  unmittelbarer  Nähe  der  Mauer  erbaut
  worden  ist.

196.  Mit  Zeppelin  III  von  Düsseldorf  nach  Essen.
Von  Erich  Feldhaus.

Der  Regen  hat  aufgehört.  In  den  Montagmorgen  hinein  lacht

die  Sonne.  Nur  ein  paar  schlichte  Wölkchen  schichen  sich

gelegentlich  vor  ihre  glänzende  Scheibe;  sonst  strahlt  das  lang

entbehrte  Licht  in  eitel  Schönheit.  Schon  sind  Pflaster  und

Bürgersteige  von  der  ärgsten  Nässe  befreit.  Ich  frage  schnell