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durch  den  Fernsprecher  bei  den  Luftschiffleitern  an.  „Um  1  Uhr
geht'’s  bestimmt  los!“  lautet  die  Antwort.  Also  abermals  hinaus
  mit  den  Tausenden,  die  dem  Alltage  zum  Trotz  den  Weg
zur  Golzheimer  Insel  bei  Düsseldorf  finden,  um  „ihren  Zeppelin“
zu  schauen.

Der  weißgraue  Koloß  liegt  da  draußen  hinter  der  Absperrung,
  nickt  leise  im  Wehen  des  Windes  und  grüßt  die
immer  wachsende  Menge.  Es  wird  nachgefüllt,  Wasser  als
Ballast  und  Wasserstoffgas  als  tragende  Kraft.  Noch  sind  die
führenden  Männer  nicht  zur  Stelle,  noch  fehlen  ja  auch  mehr
als  zwei  Stunden  an  der  Abfahrtzeit.  Zwei  Kapitäne  leiten
die  Arbeiten,  unterstützt  von  den  beiden  Steuerleuten,  während
ihnen  Dutzende  von  Soldaten  zur  Hand  geben.  Einige  halten
die  Gondeln,  damit  sie  nicht  aufstoßen,  andere  sind  als  vorläufiger
  Ballast  an  Stelle  der  Mitfahrenden  in  die  Gondeln  getreten.
  Wieder  andere  halten  das  Schiff  an  der  Spitze,  obwohl
es  im  Boden  gut  verankert  ist.  Mit  Zischen  und  Sausen  drängt
sich  der  Wasserstoff  aus  den  Behältern  durch  lange  Schläuche
in  die  Ballonette.  Ein  Haltruf,  weitergegeben  durch  die  Kreise
der  Bedi  8  ften,  und  schon  ist  wieder  einer  der
17  Ballonette  gefüllt.  Wasser  wird  in  kleine  Säcke  an  den
Gondelwänden  eingefüllt,  in  große  und  kleine  Behälter,  die
sich  überall  im  Schiff  verteilen.  So  kann  das  GCleichgewicht
des  Riesenleibes  vorzüglich  gehalten  werden,  so  kann  bei  der
Landung  und  Abfahrt  durch  wenig  Criffe  dem  HBinter-  oder
Vorderteile  des  Luftkreuzers  der  gewünschte  Auftrieb  schnell
und  sicher  verlichen  werden.

Die  Vorbereitungen  nähern  sich  ihrem  Ende.  Die  Fahrgäste
  versammeln  sich  inzwischen  um  das  Luftschift.

Es  ist  121  Uhr  geworden.  Eilig  erklettern  wir  die  Gondeln;
  sind  wir  doch  des  Glaubens,  es  solle  gleich  losgehen.
Gefehlt!  Noch  sind  einige  Maschinenersatgteile,  deren  Beschaffung
  die  zunächst  auf  91  Uhr  angesetgte  Fahrt  verzögerte,
nicht  zur  Stelle.  „Vor  ein  Uhr  wird  bestimmt  nicht  gefahren“,
meint  der  in  der  hinteren  Gondel  diensttuende  Steuermann.
Also  müssen  die  Insassen  dort  wieder  hinaus,  damit  das  Luftschiff
  frei  schwingen  kann.  Inzwischen  läßt  der  Maschinenwärter
die  Motoren  anlaufen.  Ein  Schüttern  zittert  durch  den  weißen
Riesenleib,  ein  ohrenzerreißendes  Brummen  beginnt,  knatternd
und  fauchend  sefen  sich  die  Maschinen  in  Bewegung,  die  Bleche
der  Gondeln  schwingen  rasschud  mit.  Man  hält  sich  erschreckt
die  Ohren  zu  und  fragt  schnell,  ob's  bei  der  Fahrt  ebenso  sei.