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sern  malerisch  durchsett  sind,  grast  Vieh.  Da,  was  kommt
diesen  Tieren  plötzlich  an?  Ochsen  stürzen  mit  Gebrüll  davon,
Pferde  jagen  wie  toll  umher,  Sdhafe  scharen  sich  in  eiligster
Flucht  um  den  Ilirten  —  entsetft,  erschredrt  starren  sie  das
Wunder  an,  das  mit  Schnauben  und  Brüllen  über  ihnen  hinwegzieht
  und  seinen  langen  Schatten  hinter  sich  herschleppt.

Wir  fahren  jetzt  immer  über  der  Bahnlinie  Düsseldorf—
Duisburg,  aber  2  III  hat  die  Spitze  immer  stark  nach  Nordwest.
  So  wird  der  ziemlich  kräftige  Seitenwind  als  treibende
Kraft  mitverwandt.  Wir  machen  es  eben  wie  der  Schiffer,  der
mit  dem  Winde  segelt:  wir  kreuzen.  Dabei  geht  es  natürlich
nur  mit  mähiger  Eile  voran.

Die  Landschaft  wechselt.  Calcum  zieht  vorüber,  Angermund
  mit  seinen  feinen  Landhäusern  grüßt  herauf,  Großenbaum
  kommt  heran.  Westlich  blißt  der  Rhein  herüber,  nördlich
  lohen  die  Hochöfen  von  Rheinhausen  gegen  den  Himmel.
Strichweise  dringt  die  Sonne  vor  und  verschwindet  wieder
hinter  den  weißen  Vorhängen.  Sie  spiegelt  sich  im  Rheinstrom,
der  nun  unter  dem  Schiffe  dahinzieht,  sie  umspielt  für  einen
Augenblick  die  Hochfelder  Rheinbrücke.  Dann  kommen  statt
der  Sonnenstrahlen  plötzlich  andere  Grüße  in  die  Gondel  hinein
  —  häßliche  Dämpfe,  beizende  Nebel,  Ausdünstungen  der
Schlote,  die  aus  den  industriellen  Werken  Duisburgs  emporsteigen.
  Das  Industriegebiet  ist  erreicht.

Uber  Duisburg  geht'’s  schnell  hinweg;  die  Hauptstraßen
werden  überflogen.  Dann  zieht  unser  Segler  am  Kaiserberg
entlang,  auf  dessen  Terrasse  Tausende  dichtgedrängt  dem
Luftschiff  entgegenjubeln,  auf  Styrum  zu.  Aus  den  Wäldern
da  unten  leuchtet  das  grelle  Rot  des  Solbades  Raffelberg  herauf.
  Zu  unserer  Linken  windet  sich  die  Ruhr.  Wie  ich  zum
ersten  Male  die  Uhr  ziehe,  stelle  ich  erstaunt  fest,  daß  wir
bereits  11  Stunden  fahren.  Das  große  Neue  zog  vorüber
wie  ein  Traumbild.  Ich  will  nicht  daran  denken,  daß  mit  dem
Oberfliegen  Mülheims  das  Ende  der  Reise  kommt.  Ich  möchte
immer  so  stehen  und  schwindelfrei  vom  Gondelrand  in  die
wechselnde  Tiefe  schauen.  Wer  mag  daran  denken,  daß  unser
Schiff  augenblicklich  300  Meter  hoch  dahinstürmt?  Ein  Gefühl
unendlicher  Sicherheit  erfüllt  die  Reisenden.  Sie  kennen  nichts
von  Beklemmung,  nichts  von  Unruhe.  Dieses  Fahrzeug  der
Zukunft  lohnt  das  Vertrauen,  das  wir  ihm  entgegenbringen.
Nichts  trübt  den  Genuß  solcher  Schnellfahrt  mit  Zeppelins
Kreuzer.