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Kanonendonner!  Hart  schlagen  die  Schallwellen  an  das
Ohr  der  Fahrgäste  und  überdröhnen  das  Knattern  der  Maschinen.
  Essen  ist  erreicht.  Krupp  entbietet  sein  Willkommen.
Immer  wieder  blitzt  und  kracht  es;  ein  wahrer  Schlachtenläürm
erhebt  sich  da  unten.  Majestätisch  breiten  sich  die  Kruppschen
Werke  aus,  und  die  Arbeiter  in  blauen  Kitteln  jubeln  dem
Bezwinger  der  Lüfte  zu.  Weiter!  Essen  wird  in  Riesenschleifen
  überkreuzt;  keine  Stadt  sah  so  viel  von  dem  Luftschif  wie
Essen.  Vielleicht  waren  aber  auch  kaum  irgendwo  im  Westen
solche  Massen  zusammengedrängt  wie  hier.  Fast  eine  halbe
Stunde  dauert  die  Schleifenfahrt.  Dann  neigt  sich  die  Spitze
des  Fahrzeuges  dem  Landungsplatze  zu.  Die  Absperrung  sieht
von  oben  prächtig  aus.  Schon  winkt  die  Landeflagge,  zwei
Glockenschläge,  die  Maschinen  seten  aus,  ungecheurer  Jubel
schwillt  in  die  Lüfte,  die  Taue  fallen  und  werden  ergriffen,
alles  das  Werk  weniger  Augenblicke.

Lebe  wohl,  du  stolzes  Schifff  Glückab  für  alle  ferneren
Fahrten!

196.  Eine  Reise  in  die  Unterwelt.
Von  Karl  Kollbach.

Einen  derben  Stock  in  der  einen,  die  Grubenlampe  in  der  andern
  Hand,  steigen  wir  die  Stiegen  eines  turmartigen  Gerüstes
hinauf.  Wir  stehen  vor  dem  Eingange  zum  Schachte,  den  man
am  besten  mit  einem  Hotelaufzuge  vergleichen  kann.  Aber  während
dort  die  bequemen  Fahrstühle  langsam  auf=  und  niedersteigen,
sausen  hier  die  Förderkörbe,  die  in  mehreren  Abteilen  die  hineingeschobenen
  Kohlenwagen  tragen,  mit  unheimlicher  Schnelligkeit  in
die  grausige  Tiefe.

Jetzt  stehen  wir  am  Rande  des  Schachtes.  Eben  ertönt  das
Signal  einer  elektrischen  Schelle.  Der  mit  leeren  Wagen  gefüllte
Aufzug  versinkt  im  selben  Augenblicke  vor  unsern  Augen.  Nur  das
Schnurren  und  zittern  des  Drahtseiles  verrät  die  rasende  Geschwindigkeit,
  mit  der  es  abwärts  geht.  Noch  lauschen  wir  dem  Getriebe,
da  taucht  vor  uns  auch  schon  der  andere  Förderkorb  aus  dem  dunkeln
  Abgrunde  auf.  Eiligst  ziehen  Arbeiter  die  mit  Kohlen  gefüllten
Wagen  aus  den  Abteilen  heraus.

Jetzt  ist  auch  für  uns  der  Augenblick  des  Einsteigens  gekommen.
  Wir  steigen  ein.  Hinter  uns  schließt  sich  der  Eingang,  und
wir  stehen  in  dem  engen  Raume,  bis  auf  halbe  Manneshöhe  von