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beiden  älteren  Bergleute,  die  Hauer,  während  zwei  jüngere,  die
Schlepper,  die  losgelösten  Steinkohlen  fortschaffen  und  auf  den  Karren
  zur  Strecke  befördern.  Wir  kehren  in  den  Stollen  zurück.  Es
ist  still  um  uns  her.  Obwohl  über  1000  Bergleute  in  der  Zeche
arbeiten,  ist  von  ihnen  keiner  mehr  in  unserer  Nähe.  Ihr  Arbeitsbezirk
  verbreitet  sich  über  ungeheure  Strecken.  Der  einzige  Laut  in
der  Stille  ist  unser  eigenes  Atmen  und  das  Tropfen  herabrieselnden
Wassers  auf  den  Boden  der  Gänge.  Vor  uns  starrt  die  Kohle  in
glänzenden  Blöcken,  über  uns  droht,  durch  Balken  gestützt,  eine
gewaltige  Lage  grauen  Schiefers.  Eine  Weile  überlassen  wir  uns
dem  Eindrucke  dieser  unterirdischen  Welt;  und  seltsam  —  mit  einem
Male  steigt  ein  farbenprächtiges  Bild  der  Vorzeit  vor  unsern  Augen
auf.  Wir  sehen  vor  uns  eine  Landschaft  mit  hohen,  fremdgestalteten
Bäumen.  Gewaltige  Schachtelhalmgewächse  und  Bärlappe  erheben
ihre  hohen  Stämme  und  wunderlichen  Blätterkronen.  Prächtige
Zapfenpalmen  stehen  dazwischen.  Hohe  Nadelhölzer  bereichern  das
Pflanzenbild,  und  baumartige  Farne  geben  der  Landschaft  einen
eigenen  Reiz.  Zwischen  sumpfigen  Inseln  und  Landzungen  dringt
allerwärts  das  Wasser  des  Meeres  hinein.  In  seinen  Fluten
schießen  Fische  aus  der  Familie  der  Haie  dahin,  während  am
Lande  beutegierige  Schlangen  und  Eidechsen  einherschleichen.  Tropische
  Hitze  liegt  über  dieser  Natur,  und  Wasserdünste  verschleiern
die  Luft.

Was  wir  da  schauen,  erscheint  wie  ein  Traum,  und  doch  war
es  einst  lebensvolle  Wirklichkeit.  Auf  diesem  Boden  war  vor  vielen
tausend  Jahren  eine  solche  Welt.  In  der  vor  uns  lagernden  Steinkohle
  sehen  wir  die  Reste  dieses  längst  versteinerten  Lebens.

Endlich  mahnt  uns  die  vorgerückte  Stunde  an  die  Heimkehr.
Wir  fahren  zur  Oberwelt  zurück.  Voll  Freude  begrüßen  wir  wieder
das  Tageslicht.

197.  Ein  Gang  durch  die  Rheinischen  Stahlwerke.
Von  Friedrich  Brücker.
1.  Ein  Blick  auf  die  Werke.

#  einem  sonnigen  herbsttage  stand  ich  mit  einem  Angestellten  der

Rheinischen  Stahlwerke  auf  der  schwindelnden  höhe  einer  hochofenbrüche.
  Hörbar  klopfte  mein  Herz,  ich  weiß  nicht,  ob  von  der
ungewohnten  Kustrengung  oder  vor  Freude  über  das  fesselnde  Bild,
das  sich  unsern  Blicken  bot.  Mit  einem  Zusdruck  freudigen  Stolzes
im  Krtlitze  zeigte  mein  Führer  in  die  weite  Ebene  hinunter.  Fast
unabsehbar,  eine  Stadt  voll  Glut  und  Rauch,  eine  Stadt  rastloser