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Wie  aber  verläuft  der  Schmelzprozeß  im  hochofen?

„Das  in  den  Ofen  hineingeschüttete  Erz“,  so  erklärt  der  Führer,
„hat  fünf  verschiedene  Sonen  zu  durchlaufen.  In  der  ersten,  der  Vorwärmezone,
  wird  das  Wasser  des  Eisens  und  des  Uokses  in  Dampf
verwandelt.  Das  so  gewonnene  Material  sinht  nun  in  den  Schacht,
die  sogenannte  Reduktionszone.  Hier  wird  dem  Erze  der  Sauerstoff
entzogen,  und  es  verwandelt  sich  in  metallisches  Eisen.  In  der  Uohlenzone
  verbindet  es  sich  mit  Kohlenstoff  und  wird  stahlhaltig.  In  der
Schmelz=  und  Derbrennungszone  steigt  die  hitze  über  2000"  C.  Don
unten  her  brauft  der  gewaltige  Gebläsestrom  in  den  Ofen  hinein  und
bringt  den  Moks  zur  Verbrennung.  Gebrochen  ist  der  Widerstand  von
Eisen  und  Richteisen.  Zufgelöst  zu  einer  feurigflüssigen  Masse,  sichert
das  geschmolzene  Eisen  in  schweren  Tropfen  auf  die  herdsohle  hinab
und  harrt  im  glutigen  Merker  seiner  Erlösung.  Und  über  der  lichten
  Eisenflut  schwimmt  das  geschmolzene  Beigut,  die  leichtere  glühende
Schlacke.“

Wir  steigen  von  der  Bühne  hinunter,  um  am  Fuße  des  Ofens
das  Ablassen  der  Schlacke  und  des  Roheisens  zu  beobachten.  Vor  dem
Ofen  steht  ein  Arbeiter  mit  einer  langen  Stange  in  der  hand.  Langsam
  durchsticht  er  die  Lehmschicht,  um  die  Schlache  abzulassen.  Plötzlich
flammt  eine  blendende  helle  auf.  Rotglühend  ergießt  sich  der  feurige
Strom  in  eine  Rinne  und  rieselt  hinab  in  den  bereitstehenden  Wagen.
Ein  Arbeiter  läßt  aus  einem  Rohr  einen  starken  Uasserstrahl  in  die
glühende  Schlache  strömen.  Die  feindlichen  Brüder,  Wasser  und  Feuer,
stoßen  aufeinander.  Die  Schlacke  speit  Funken  nach  allen  Seiten;
dann  erlischt  sie  und  zerfällt  in  hleine  graue  Körner.  Die  gefüllten
Wagen  rollen  den  halden  zu.  Die  Schlache  ersteht  später  zu  neuen
nützlichen  Gebilden.  In  eigenen  Schlackensteinfabriken  wird  sie  zu
festen  Mauerziegeln  gepreht  oder,  mit  Sement  vermischt,  zu  Betonarbeiten
  verwendet.

Unn  wird  auch  das  von  der  Schlache  gereinigte  Eisen  aus  seinem
Nerher  befreit.  Wie  eine  weißglühende  Schlange  windet  es  sich  durch
die  Rinne  und  ergießt  sich  dann  in  den  bereitstehenden  Pfannenwagen.
Nur  ungern  wendet  sich  das  geblendete  Auge  hinweg  von  dem  wunderbaren
  Schauspiel.

3.  Thomas-  und  Martinwerk.
Vorüber  rasseln  die  mit  flüssigem  Roheisen  gefüllten  Wagen.
Wir  folgen  ihnen  zu  dem  sogenannten  Ueuen  Werk,  um  die  Bereitung
und  Derarbeitung  des  Stahles  näher  kennen  zu  lernen.  Ein  Brausen
und  Sischen,  ein  Pfeifen  und  Kreischen,  wilde  Laute  der  nach  Entfesselung
  ringenden  Naturbräfte  dringen  an  unser  Ohr  und  vermischen