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Freilich  kamen  für  die  Weber  auch  trübe  Zeiten,  wo  der  Handel
  stockte  und  der  Weber  vergeblich  nach  Arbeit  ausging;  denn  mit
Ausnahme  der  Schirm=  und  Krawattenstoffe  ist  Seide  und  Samt
stark  von  der  jeweiligen  Mode  abhängig.  Einen  Umschwung  in
den  Verhältnissen  der  Weber  führte  die  Einführung  der  mechanischen
  Webstühle  herbei.  Sie  versetzte  der  Hausweberei  den  Todesstoß
  und  verlegte  das  Arbeitsfeld  des  Webers  vom  häuslichen  Herde
in  die  Fabrik.  Heute  werden  nur  noch  einzelne  schwere  Stoffe  auf
den  Handstühlen  verfertigt.  In  der  Umgebung  Crefelds  verschwand
der  Webstuhl  immer  mehr,  und  die  Weber  gingen  zu  andern  Berufen
  über.  Erst  in  jüngster  Zeit  sind  auch  an  kleinen  Orten  große
Fabriken  gegründet  worden,  so  in  Oedt,  St.  Tönis  und  Geldern.
Außer  Kleiderstoffen,  Krawatten=  und  Schirmstoffen  werden  halbseidene
  Tücher  und  Mützenseide  gewebt.  Auch  die  Schildchen  mit
eingewebter  Firmenbezeichnung,  wie  sie  die  Schneider  und  Konfektionsgeschäfte
  in  besseren  Kleidungsstücken  aubringen,  werden  in  den
niederrheinischen  Webereien  hergestellt.

201.  Kevelaer.  von  Felix  hauptmann.

Weine  Stadt  der  großen  Miederrheinischen  Uiefebene  ist  bei  hatholischen
  Thristen  so  bekannt  und  gepriesen  wie  NKevelaer,  das  etwa
eine  Meile  von  der  holländischen  Erenze  entfernt  liegt.

Zur  Zeit  des  Dreißigjährigen  Krieges  war  es  noch  ein  sehr  bescheidener
  Ort.  Odes  heideland  erstrechte  sich  da,  wo  heute  herrliche
Kirchen  und  zahlreiche  häuser  einer  betriebsamen  Bevölkerung  stehen.
heute  pilgern  alljährlich  über  eine  halbe  Million  fromme  Beter  in
Prozessionen  oder  einzeln  nach  Nevelaer  zu  dem  Gnadenbilde  der
Jungfrau  Maria,  der  Urösterin  der  Betrübten.

Im  Jahre  1625  wurde  vor  der  Stadt  Luxemburg  eine  kleine
Kapelle  zu  Ehren  der  Kllerseligsten  Jungfrau  unter  dem  Namen  der
Trösterin  der  Betrübten  gegründet.  Sie  wurde  bald  eine  beliebte  Audachtsstätte
  des  Dolhes;  das  in  der  Kapelle  aufgestellte  Muttergottesbild
erhielt  einen  ungemeinen  Sulauf.  Don  diesem  Luxemburger  Gnadenbild
leitet  die  Gnadenstätte  in  Kevelaer  ihren  Ursprung  her.  Gegen  Ostern
des  Jahres  1642  waren  zwei  hessische  Soldaten  durch  Geldern  gekommen
  und  hatten  dort  eine  kleine  Kbbildung  des  Gnadenbildes  von
Luxemburg,  wie  die  Pilger  sie  zum  Kndenken  mitzunehmen  pflegten,
der  Frau  des  händlers  Buschmann  zum  Kauf  angeboten.  Der  gefor-