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zur  Schutzmauer.  Eine  schreckensvolle  Nacht  folgte  dem  unheilvollen
  Tage.  Immer  dichter  drängten  die  Schollen  heran.
Haus  auf  Haus  stürzte  zusammen.  Auch  am  andern  Tage
währte  die  Eisflut.  Soweit  das  Auge  reichte,  sah  man  nur
Wasser  und  haushohe  Schollen  in  drei  Hauptströmen  daherfluten.
  Beinahe  die  ganze  Stadt  war  überschwemmt.  Den
ganzen  Tag  am  27.  Februar  und  die  folgende  Nacht  hindurch
währte  der  Jammer,  die  Zerstörung.  Erst  um  Mittag  des  28.
Februar  brach  die  Eisdecke  unterhalb  Mülheim  mit  Gekrach  los,
und  die  noch  stehenden  Gebäude  waren  gerettet.

Die  Wasser  verliefen  sich,  die  von  dreitägiger  Todesnot
gequälten  Menschen  atmeten  freier  im  Gefühle  der  Rettung.
Häuser  waren  vom  Eise  bis  auf  die  Grundmauern  fortgefegt
  und  21  Menschen  umgekommen.  Uber  Tausenden  hatte
ein  gnädiges  Geschick  gewaltet.  Groß  war  die  Verwüstung  im
unteren  Stadtteile.  Trümmer  und  Eisberge  bedeckten  die  verschwundenen
  Wohnstätten,  und  fern  im  Felde  verhinderten  die
dicken  Schollen  noch  bis  in  den  April  die  Beadterung.  1800
Menschen  waren  obdachlos  geworden,  viele  hatten  ihre  ganze
Habe  verloren.  Aber  wie  die  Menschenliebe  sich  in  der  Gefahr
durch  die  Rettung  vieler  bekundet  hatte,  so  betätigte  sie  sich
jetzt  in  Liebesgaben.  Die  Bewohner  des  verschont  gebliebenen
Stadtteils  nahmen  die  Obdachlosen  auf,  und  von  allen  bergischen
  Städten  und  Dörfern  wurden  Nahrungsmittel  und  alles,
Was  not  tat,  gespendet.  Monate  aber  vergingen,  che  das  Eis
weggeräumt  war,  und  viele  Jahre,  ehe  die  zerstörten  Häuser
ersetzt  waren.

205.  Ein  Besuch  in  der  Blindenanstalt  zu  Düren.
Von  Artur  Rehbein.
Ob,  eine  edle  himmelsgabe  ist
«  Das  Cicht  des  Auges.  —  Alle  Wesen  leben
Dom  Cichte,  jedes  glüchliche  Geschöpf  —
Die  Pflanze  selbst  kehrt  freudig  sich  zum  Cichte.“
Schiller.

Wo  könnte  man  mehr  an  diese  Worte  des  großen  Dichters  erinnert
  werden  als  in  einer  Blindenanstalt?  hier  wird  man  sich  erst
recht  bewußt,  welch  ein  kosftbares  Gut  die  beiden  gesunden  Kugen
sind.  Und  doch,  wenn  uns  nicht  die  erloschenen  Blicke,  die  weißen
Kugäpfel  so  überaus  mitlelderregend  daran  erinnerten,  würden  wir