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Dollendorf  Heisterbach  mit  seiner  Klosterruine,  umrahmt  von  stillen
Buchenwäldern.  WMuchtig  steigen  aus  diesem  Tale  die  Waldgehänge
des  Petersberges  an,  der  auf  seinem  breiten  Gipfel  neben  einem
Kirchlein  ein  vielbesuchtes  Gasthaus  trägt.  Tiefer  im  Gebirge,  auf
dem  hohen  Sattel  zwischen  dem  Olberg  und  der  Löwenburg,  liegen
der  Margareten=  und  Sophienhof,  und  am  Fuße  der  Löwenburg  steht
ein  Forsthaus.  Ein  wundervoller  Buchenhochwald  reckt  dicht  dabei
seine  schlanken  Riesenstämme  und  luftigen  Laubkronen  empor  und  umschattet
  den  ganzen  Bergkegel  der  Löwenburg  bis  zu  seinem  Gipfel.

Von  gleicher  Anmut  sind  die  Landschaften  und  Orte  am  Rande
des  Gebirges  südlich  von  Königswinter.  Prächtig  liegt  Rhöndorf  mit
seinen  Villen  an  den  untersten  Rebengehängen  des  Drachensels,  dessen
  graue  Felsmassen  drohend  auf  das  Srtchen  hinabblicken.  Größer
  und  glanzvoller  bietet  sich  das  nahe  Honnef  dem  Auge  dar,  der
gepriesene  Zufluchtsort  so  mancher  Leidenden  und  Erholungsbedürftigen.
  Es  liegt  wie  ein  Hauch  des  Südens  über  der  schönen  Gegend.
  In  großen  wohlgepflegten  Gärten  voll  Blütenpracht  stehen
weiße  Landhäuser.  Hohe  schlanke  Lebensbäume  ragen  in  fest  geschlossenen
  Pyramiden  düster  empor.  Breitästige  Tulpenbänme  und
Magnolien,  malerische  Libanonzedern  und  kraftvolle  kalifornische
Mammutbäume  nebst  blütenreichen  süß  duftenden  Akazien  oder  Robinien
  streben  über  grünem  Teppichrasen  auf.

207.  Rheinische  Weinlese.  Von  Karl  Hessel.

Itundenlang  kämpft  allmorgendlich  die  Oktobersonne  mit  dem
dicken  weißen  Nebel,  der  über  dem  Flußtale  wogt.  Ist
sie  aber  endlich  siegreich  durchgedrungen,  dann  liegt  sie  dafür
auch  den  Rest  des  Tages  so  heißh  über  der  Gegend,  dab  wir
uns  in  die  Sommerzeit  versetzt  glauben.  Die  Weinberge  sind
längst  geschlossen,  selbst  den  Eigentümern  ist  der  Zutrilt  verwehrt;
  die  einzelnen  „Wingerte"“  sind  ja  nicht  durch  Hecken
und  Zäüunc  voneinander  abgegrenzt;  darum  ist  diese  Maßregel
üblich  geworden.  Nur  einmal  wöchentlich  ist  „Wingertstag“;
da  darf  jeder  zuschauen,  welche  Fortschritte  seit  acht  Tagen
seine  Trauben  gemacht  haben.  Es  ist  eine  edle  Frucht,  darum
entwickelt  sie  sich  auch  so  langsam.  Erst  Ende  Juni  blüht  der
Wein,  und  mancher  sonnige  August-  und  Septembertag  ist
erforderlich,  um  die  Beeren  zu  färben  und  zu  erweichen.

Die  Herbstgerütschaften  sind  längst  in  Ordnung,  die  Bütten
  gewässert,  die  Fässer  geschwenkt,  die  Legel  geputt,  die