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6.  Solang  die  Flassen  heber
Ein  Fisch  auf  seinem  Grund;
Solang  ein  Tied  noch  leber
IAn  seiner  Sänger  Mund!

7.  Sie  sollen  ihn  nicht  haben,
Deu  frrien  deurschen  Bhein,
Wis  seine  Mut  begraben
Des  letzten  Manuns  Gebein!

209.  Das  Nationaldenkmal  auf  dem  MAiederwald.

  Von  August  Sach.

Wie  kann  das  Herz  des  deutschen  Vaterlandsfreundes  sich  laben,

wenn  er  nach  Rüdesheim  pilgert  und  aufschaut  zum  herrlichen
Nationaldenkmal!  Zum  bleibenden  Gedächtnis  des  großen  nationalen
  Kampfes  und  Sieges  von  1870  und  71,  der  uns  die  Einheit
brachte,  ist  es  aufgerichtet  als  Wacht  am  Rhein  dort  am  Steilhang
des  Niederwaldes.

Hoch,  riesenhoch  ragt  sie  empor,  die  Frau  Germania,  feei
und  meilenweit  sichtbar.

Der  untere  Teil  des  Sochels  zeigt  uns  über  drei  Stufen  die
Gruppe,  in  der  der  alte  Vater  Rhein,  eine  Rrästige  Mannesgestalt,
  der  jugendlichen  Mosel,  der  als  Jungfrau  dargestellten  neuen
Grenzwächterin  des  Bheins,  das  Wachthorn  überreicht;  dann  erbeben
  sich  zu  beiden  Seiten,  6  m  hoch,  der  Krieg,  ein  feuriger
Jüngling,  in  die  Kriegstrompete  schmetternd,  und  der  Friede,  eine
Figur  mit  Palmenzweig  und  Füllhorn,  deren  milder  Ausdruck  wie
von  einem  Schleier  der  Wehmut,  im  Eedenken  der  schmerzlichen
Opfer,  überhaucht  ist.

Zwischen  den  Sinnbildern  des  Krieges  und  Friedens  breitet
sich  das  große  Hauptrelief  aus,  die  „Wacht  am  Rhein“.  In  der
Mitte  der  kaiserliche  Feldherr  zu  Pferde,  um  ihn  geschart  die  Fürsten,
  Feldherren  und  Führer;  rechts  ausziehende,  linhs  heimkehrende
Krieger;  200  Figuren,  davon  150  Porträte!  Darunter  der  volle
Text  der  „Wacht  am  Rhein“,  aus  dem  die  das  Relief  erläuternden
Schlußworte  groß  hervortreten:

„Lieb  Vaterland,  magst  ruhig  sein,
Fest  steht  und  treu  die  Wacht  am  Rhein!“

Lesebuch  für  Cberklasseu.  T.  21