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Jede  Figur  der  heimkehrenden  Krieger  versinnbildet  den  Gedanken:
  „Wir  sind  uns  unserer  Aufgabe  bewußt  gewesen,  es  war
der  Kampf  für  die  Heimat,  für  euch,  für  unsere  Lieben,  der  nunmehr
  beendigt  ist,  so  Gott  will,  auf  lange!“

Hoch  oben  auf  dem  Ganzen  aber  steht  stolz  aufgerichtet  das  in
Jugendschöne  strahlende  Sinnbild  des  deutschen  Volkes,  die  Germania.
  Die  Stirn  ist  mit  dem  Laube  der  Eiche  geschmüchkt,  in  der
Rechten  hält  sie  die  lorbeerumwundene  erstrittene  Kaiserkrone  hoch
empor,  in  beglückendem  Gefühle  des  Sieges  hinschauend  über  das
geeinte  Vaterland;  die  Linke  stützt  sich  auf  das  friedlich  gesenkte
Schwert.  Aus  dem  edeln  Antlitz,  umwallt  von  reichem  Haupthaar,
das  im  Winde  mächtig  flattert,  leuchten  Begeisterung  und  ernste
Hoheit,  aber  auch  Milde  und  Seelenadel  dem  Beschauer  entgegen.
Eine  faltenreiche  kostbare  Gewandung  umhüllt  die  edle  Gestalt.  Die
kräftige  Brust  decht  ein  Panzer,  geziert  mit  dem  Belief  des  deutschen
  Reichsadlers.  Uber  den  Schultern  hängt  ein  schwerer,  vorn
durch  eine  Spange  zusammengehaltener  Mantel.  Das  Untergewand
ist  mit  Rankenwerk  geschmücht,  dem  Figuren  aus  der  deutschen
MAärchen=  und  Sagenwelt,  wie  Tauben,  Schwäne,  Drachen,  Baben
und  Hirsche,  eingefügt  sind.

Alles  dieses  ist  ins  kleinste  erdacht  und  aufs  feinste  ausgeführt
bei  dieser  Riesenfigur,  zu  deren  Herstellung  35000  kg  Erz  erforderlich
  waren.  Durch  das  Armgelenk  kann  ein  Mann  bequem  schlüpfen,
  und  im  Innern  des  Unterkörpers  haben  über  zwanzig  Personen
genügend  Raum  zu  freier  Bewegung;  das  Schwert  ist  8  m  lang
und  wiegt  gegen  300  kg.

Auf  der  Rüchkseite  des  Denkmals  im  oberen  Sochel  stehen  die
Worte:  „Frankfurter  Friede  am  10.  Mai  1871“,  im  Felde
darunter:  „Vollendet  1883“  und  weiter  unten  wohlverdient  und
wohlangebracht  auf  einer  ehernen  Tafel:  „Urheber  und  Bildner  Johannes
  Schilling,  Erbauer  Karl  Weißbach  aus  Dresden.“  Diesen
beiden  Männern  ward  am  Tage  der  Enthüllung,  am  28.  September
1883,  der  edelste  Lohn,  der  dem  Sterblichen  zuteil  werden  kann:
Kaiser,  Fürsten  und  Volk  feierten  gemeinsam  mit  ihnen  das  Fest
der  Vollendung.

Nachdem  wir  uns  am  Denkmal  erbaut  und  erfreut  haben,
treten  wir  zur  obersten  vorderen  Brüstung  und  betrachten  das  Land,
über  das  Frau  Germania  hütend  und  herrschend  hinausschaut.

Unmittelbar  zu  unsern  Füßen  fällt  der  weinberühmte  Berg
Rüdesheim  zum  Rhein  ab.  Die  üppigsten  Rebengehänge  umkränzen
das  Ufer  unsers  mächtigen  Stromes.  Links  unter  uns  liegt  Rüdesheim
  mit  seinen  altersgrauen  Burgen  und  Türmen;  dann  breitet  sich