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hinüber  gen  Bingen  das  mächtige  Becken  aus,  in  dem  der  Rhein
seine  Wellen  beruhigt  sammelt,  bevor  er  sich  am  Mläuseturm  vorbei
in  die  engen  Pforten  des  Schiefergebirges  und  durch  die  Strudel
des  Binger  Lochs  drängt.  Drüben  links  auf  halber  Höhe  des  bewaldeten
  tiefsgrünen  Bergzuges  winkt  Ingelheim,  der  alte  Palast  des
ersten  deutschen  Reichsbaumeisters,  Kaiser  Karls  des  Großen,  mit  des
neuen  Reiches  Farben  zu  uns  herüber.  Hart  am  Rhein  zieht  sich
der  Rochusberg  entlang,  zu  dessen  Kapelle  viele  wallfahrten.  Rechts
im  Tale  breitet  sich  die  alte  Stadt  Bingen  aus  bis  zum  Afer  der
Aahe,  deren  silbernes  Band,  um  den  steil  abfallenden  Scharlachkopf
gewunden,  wir  weit,  weit  hinauf  in  die  Palz  nach  Westen  hin
verfolgen  Kkönnen.  Die  Nahe  bezeichnet  die  Heerstraße,  auf  der  wir
auszogen,  um  den  ruchlosen  Angriff  unsers  übermütigen  Erbfeindes
abzuschlagen,  und  auf  der  dann  des  neuen  Beiches  Herrscher  an  der
Spitze  seines  sieggekrönten  Heeres  zurüchkehrte.  In  der  äußersten
Ferne  schauen  der  breite  Donnersberg  und  der  Odenwald  durch  die
klare  nebelfreie  Luft  bläulich  herüber.

Auf  stolzer  Höhe  thront  Germania,

Die  Krone  strahlt,  des  Sieges  Banner  wallen  —

Da  winkt  sie  wieder  ihren  Säöhnen  allen;

Die  Menge  drängt  heran  von  fern  und  nah.

Aus,  auf,  so  ruft  sie,  legt  ans  Werk  die  Hand,

Ans  Werk  des  Friedens  —  mit  des  Friedens  Waffen:

An  neue  Pflichten  mahnt  das  Baterland;

Uns  darf  die  Zeit  der  Ruhe  nicht  erschlaffen!

210.  Am  Laacher  See.  Von  Rudolf  Blenke.

Der  Laacher  See,  wohl  das  schönste  aller  Eifelmaare,  bildet  den
Mittelpunkt  des  vulkanischen  Maifeldes.  Er  liegt  275  m  über
dem  Meeresspiegel  und  ist  rings  von  bewaldeten  Höhen  eingefaßt.
Bald  neigen  sich  die  Berge  sanft  zu  ihm  hernieder,  bald  scheinen  sie
schroff  und  steil  in  seine  Fluten  hinabzutanchen.  In  graner  Vorzeit
haben  sich  die  Berge  durch  vulkanische  Kräfte  gebildet  und  unendliche
  Mengen  von  Lava  und  Tuff  in  die  Gegend  erygossen.

Im  Norden  erhebt  sich  der  Veitskopf  mit  seinem  nach  Westen
geöffneten  Krater.  Ein  Lavastrom  ist  von  ihm  nach  dem  See  zu,
ein  anderer  in  das  Gleeser  Tal  hinuntergeflossen.  Im  Westen  wird
der  See  durch  den  Laacher  Kopf  begrenzt;  im  Südwesten  steigt
der  Rotheberg  zu  einer  Höhe  von  510  m  empor.  Von  seinem
südlichen  Fuße  zieht  sich  eine  Schlucht  nach  dem  See  herab.  Durch