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diese  fließt  ein  kleiner  Bach,  das  einzige  Gewässer,  das  sich  in  den
See  ergießt.  Südöstlich  tritt  der  Krufter  Ofen  dicht  an  das  Maar
heran.  Der  höchste  Punkt  des  Kraterrandes  erreicht  eine  Höhe  von
168  m.  Der  westliche  Rand,  der  eigentliche  Ofen,  ist  sehr  steil  und
daher  mühsam  zu  ersteigen.  In  seinem  oberen  Teile  sieht  man  zwei
übereinanderliegende  tiefe  Grotten.  Der  Krater  ist  sehr  tief  und  größer
  als  alle  übrigen  Krater  des  Maifeldes.  Friedlich  schauen  diese
ehemaligen  Feuerberge  auf  den  See  hernieder,  dessen  glatte  Flut
wie  ein  blank  geschliffener  Spiegel  im  Sonnenlichte  glänzt.  Tiefe
Waldesstille  umfängt  den  Besucher;  aber  noch  erinnert  jeder  Stein
an  die  gewaltigen  Naturereignisse,  und  die  zahlreichen  Ausströmunl7
  von  kohlensauern  Gasen  deuten  auf  die  einstige  vulkanische
ätigkeit  hin.  Die  vulkanischen  Gesteine,  besonders  die  Mineralien,
die  in  den  sogenannten  Laacher  Findlingen  vorkommen,  sind  der
Gegenstand  eifrigen  Suchens  und  Forschens.  Aber  nicht  nur  der
Mineraliensammler,  sondern  auch  der  Pflanzenforscher  findet  in  den
Wäldern  und  Schluchten  und  am  Gestade  des  Sees  reiche  Ausbeute.
  Da  taucht  aus  dem  Wasser  die  blendend  weiße  Blüte  der
Seerose  empor,  und  am  südlichen  Ufer  blüht  das  niedliche  Sumpfeinblatt
  in  üppiger  Pracht.  Den  Freund  alter  Geschichten  und
Sagen  beschäftigen  die  Spuren  der  Geschicke  früherer  Zeiten,  namentlich
  die  zahlreichen  Römerdenkmale  im  Brohltale.  Am  südwestlichen
Rande  des  Seebeckens,  da,  wo  sich  die  kleine  Schlucht  vom  Rotheberg
  her  öffnet,  erheben  sich  die  Gebäude  der  Benediktinerabtei  mit
einer  von  sechs  Türmen  überragten  Kirche.  Das  herrliche  Gotteshaus
  ist  eine  Pfeilerbasilika  mit  einem  doppelten  Chor  nach  Westen
und  Osten;  es  birgt  unter  der  östlichen  Choranlage  eine  geräumige
Unterkirche  und  im  westlichen  Chore  das  Grabmal  Heinrichs  II.,
des  frommen  Pfalzgrafen  bei  Rhein.  Der  schönste  Schmuck  der
Kirche  aber  ist  der  von  Kaiser  Wilhelm  II.  geschenkte  Hauptaltar.
Anders  als  die  Wissenschaft  berichtet  die  Sage  über  die  Entstehung
  des  prächtigen  Laacher  Sees.  Wer  in  Hüaer  Mondnacht
seinen  Kahn  über  die  Wellen  treibt,  der  sieht  in  der  Tiefe  die  schattenhaften
  Umrisse  der  Türme  und  Zinnen  einer  versunkenen  Burg.
Einst,  so  erzählt  die  Sage,  erhob  sich  hier  eine  stolze  Ritterburg;
aber  der  Besitzer  war  ein  böser  Mensch,  der  göttliche  und  menschlich-Gesetze
  nicht  achtete.  Den  ganzen  Tag  jagte  er  im  Walde  und  verübte
  Freveltaten  an  den  Bewohnern  der  Gegend;  bis  tief  in  die
Nacht  hinein  erscholl  das  Schloß  vom  Lärm  seiner  trunkenen  Gäste.
Seine  milde  und  freundliche  Gemahlin  behandelte  er  hart  und  lieblos.
  Endlich  war  das  Maß  seiner  Sünden  voll  und  Gottes  Langmut
  erschöpft.  In  einer  Nacht  brach  das  Unheil  über  ihn  herein.
Ein  Gewittersturm  erhob  sich.  Dunkle  Wolken  bedeckten  die  Gegend,
und  flammende  Blitze  fuhren  hernieder.  Plötzlich  versank  das  Schloß
mit  allem,  was  darin  war,  in  den  Abgrund,  und  die  Fluten  des
Sees  wälzten  sich  darüberhin.