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Wohl  tauschten  nah  und  ferne

Mit  mir  gar  viele  gerne;
Ihr  Clück  ist  Trug  und  ihre  Freiheit  Schein:
Ich  bin  ein  Preube,  will  ein  Preuße  sein!

4.  Und  wenn  der  böse  Sturm  mich  wild  umsauset,
Die  Nacht  entbrennet  in  des  Blitzes  Glut:
Hat's  doch  schon  ärger  in  der  Welt  gebrauset,
Und  was  nicht  bebte,  war  des  Preußen  Mut.
WMag  Fels  und  Eiche  splittern,
Ich  werde  nicht  erziltern:;
Es  stürm'’  und  krach’,  es  blitze  wild  darein:
Ich  bin  ein  Preutße,  will  ein  Preube  sein!

5.  Wo  Lieb’  und  Treu’  sich  so  dem  König  weihen,
Wo  Fürst  und  Volk  sich  reichen  so  die  Hand:
Da  mufs  des  Volkes  wahres  (ück  gedeihen,
Da  blüht  und  wächst  das  schöne  Vaterland.
So  schwören  wir  aufs  neue
Dem  König  Lieb’  und  Treuel
Fest  sei  der  Bund!  Ja,  schlaget  mutig  ein:
Wir  sind  ja  Preußen,  laßt  uns  Preußen  sein!

216.  Berlin.

Di-e  Kaiserstadt  ist  aus  einem  Fischerdorfe  hervorgegangen.  Wo
früher  an  der  Spree  die  ärmlichen  Hütten  der  Wenden  standen,
da  erheben  sich  jetzt  prächtige  Paläste  und  Stätten  der  Wissenschaft
und  Kunst.  Um  das  Jahr  1550  waren  die  Straßen  noch  ungepflastert;
  vor  den  Türen  der  Häuser  lag  Unrat,  und  an  der  Stelle,
wo  heute  der  Lustgarten  das  Auge  zahlreicher  Besucher  erfreut,
breitete  sich  ein  Sumpf  mit  Schilf  aus.  Einen  bedeutenden  Aufschwung
  nahm  Berlin  seit  1815,  und  besonders  nach  dem  letzten
glorreichen  Kriege  hat  es  sich  in  großartiger  Weise  entwickelt.  Im
Jahre  1864  zählte  Berlin  633000  Einwohner,  und  20  Jahre  später
hatte  sich  diese  Zahl  fast  verdoppelt.  Die  Riesenstadt  beherbergt  jetzt
mehr  als  zwei  Millionen  Eimwohner.

In  der  Mitte  der  Residenzstadt  erhebt  sich  das  Königliche
Schloß,  das  vom  Kaiser  bewohnt  wird.  Das  alte  Schloß  war  eine
mit  Mauern,  Türmen  und  Gräben  geschützte  Burg  am  rechten  Ufer
der  Spree.  Einige  Teile  davon,  z.  B.  der  Grüne  Turm  an  der
Spreeseite,  sind  noch  erhalten.  Unter  König  Friedrich  I.  wurden  alle